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Der Begriff "Samba"
Der Begriff "Samba" ist seit 1838 aus schriftlichen Quellen bekannt und ersetzt ab dem beginnenden 20. Jahrhundert weitgehend den Begriff "Batuque". Für die Ableitung des Wortes "Samba" gibt es verschiedene Erklärungen:Die Ableitung vom angolanischen"Semba"("umbigada", Bauchnabelberührung) ist zweifelhaft, die Umbundu-Sprache kennt den Begriff"Esemba,Olisemba" mit der Bedeutung "Tanz zum Klatschen der Hände". Aus dem Kimbundu stammt "Disemba", aus dem Kikoongo "Masemba", beide bedeuten "gegenseitiges Berühren des Unterleibes" (bedeutungsgleich mit "Umbigada"). Kimbundu kennt allerdings auch "Sesemba", "Tanz mit schlurfenden Füssen".
Um 1917 war Samba als eigene Musikform in Rio noch nicht klar abgegrenzt von Maxixe und Marcha. Der Samba-de-roda, "Samba im Kreis", wird im Recôncavo auch als Begriff für Samba allgemein verwendet und stellt wohl die am ursprünglichsten gebliebene Samba-Form dar. Charakterisiert ist diese Samba durch einen von den Anwesenden gebildeten Kreis, in dem die Tänzer/innen sich abwechseln, Solo und Refrain abwechselnd gesungen werden und die Beteiligten ihren Gesang durch Klatschen rhythmisch untermalen.
Instrumente sind in dieser Urform nicht unbedingt nötig. Ganz wesentlich ist aber beim Samba-de-roda eine 16pulsige "time-line", eine asymmetrisch strukturierte Rhythmusformel, die auf einem markanten hochklingenden Instrument (Glasflasche, Glocke) oder durch Klatschen ausgeführt wird. Diese time-line heißt in der kubanischen Musik "Clave".
Im Normalfall weist Samba einen 2/4-Takt und ineinandergreifende, synkopierte Linien in Melodie und Begleitung auf. Das einfachste Samba-Pattern ist eine Klatsch-Formel, die bei neu eingetroffenen Sklaven von J. Debret notiert wurde und heute noch in Bahia zu Sambas geklatscht wird.
Die Besetzung für eine Sambagruppe reicht von winzigsten Ensembles (Pagode) über besagte Kreise (Rodas) bis zu bigbandartigen Orchestern in Konzertsälen (Gafieira) und den gigantischen Escolas de samba in Rio.
Samba ist in Afrika zu finden und geht auf die Tänze der Bantu zurück.
Im 16. Jh. wurden Sklaven aus Angola nach Brasilien verschleppt.
Im Laufe von fast 400 Jahren waren es 4-5 Millionen Menschen; sie brachten ihre Kultur und ihre Tänze mit.
Der Name Samba ist abgeleitet von dem Bantu-Wort "semba","Bewegung des Nabels" und ist die Bezeichnung für die typischen Hüftbewegungen.
So ist das geschmeidige Bewegen des ganzen Körpers,
vor allem des Beckens und der Schulter, das signifikant für den afrikanischen Tanz ist,
für den Europäer bis ins 19. Jh. doch etwas sehr Unsittliches. Wurden die Tänze der Sklaven zunächst als Batuque und Lundu zusammengefasst,
entstanden durch kolonialen Einfluss zudem eigene Folkloreformen.
Geschichte des Samba 2/4-Takt
Die brasilianische Samba-Musik ist nicht nur "ein" Stil, sondern ein Überbegriff für ziemlich unterschiedliche nicht-religiöse Musik- und Tanzformen. Einige dieser Stile haben eigene Etiketten und Schubladen bekommen, so der Samba-Reggae, der in den 80er Jahren in Salvador (Bundesstaat Bahia) entstand, Timbalada, Lambada, Maracatu, ...
Samba war ursprünglich eine Mischung aus den Rhythmen der westafrikanischen Sklaven mit indianischer und portugiesischer Musik, wobei der Hauptteil von den Sklaven stammt. Teilweise lassen sich die komplizierten Rhythmen zurückverfolgen bis zur Trance-Musik der Candomblé-Kulte, einige Sambas sind auch aus Sprachformeln in Portugiesisch und Yoruba entstanden, die verschlüsselte Nachrichten weitergaben, die die Sklaven nicht laut aussprechen durften. Elemente des angolanischen Semba flossen ebenso ein wie die böhmische Polka bzw. ihre spätere, brasilianisierte Form (Rancho aus Bahia), und die afrikanischen Batúques.
Als 1888 die Sklaverei aufgehoben konnte immer noch eine große Vielfalt vor allem um Rio de Janeiro, Bahia und Sao Paulo nachgewiesen werden.
Im Laufe der Jahrzehnte wuchs die Popularität des brasilianischen Tanzes sowohl unter der armen Bevölkerung wie auch in der mittelständischen Schicht und dies besonders zur Karnevalszeit.
Im 20. Jh. fand er den Weg in die Städte. Denken wir heute an Samba, so sehen wir vor allem den Karneval in Rio de Janeiro vor Augen.
Ab 1840 wurde aus dem bunten Volkstreiben Festveranstaltungen, die in richtigen Ballhäusern stattfanden.
Es entstanden regelrechte Karnevalsgesellschaften, die inzwischen auch recht finanzstark sind.
In Brasilien, so sagt man, gibt es dreiZeiten: die Zeit vor dem Karneval, während des Karnevals und nach dem Karneval.
Seit 1950präsentiert sich der Karneval in Bahia verstärkt afro-brasilianisch und führt so zum Straßenkarneval zurück.
Geschichte des Samba Der Ursprung der Samba ist in Afrika zu finden und geht auf die Tänze der Bantu zurück. Im 16. Jh. wurden Sklaven aus Angola nach Brasilien verschleppt. Im Laufe von fast 400 Jahren waren es 4-5 Millionen Menschen; sie brachten ihre Kultur und ihre Tänze mit. Der Name Samba ist abgeleitet von dem Bantu-Wort "semba" = "Bewegung des Nabels" und ist die Bezeichnung für die typischen Hüftbewegungen. So ist das geschmeidige Bewegen des ganzen Körpers, vor allem des Beckens und der Schulter, das signifikant für den afrikanischen Tanz ist, für den Europäer bis ins 19. Jh. doch etwas sehr Unsittliches.
Wurden die Tänze der Sklaven zunächst als Batuque und Lundu zusammengefasst, entstanden durch kolonialen Einfluss zudem eigene Folkloreformen. Als 1888 die Sklaverei aufgehoben konnte immer noch eine große Vielfalt vor allem um Rio de Janeiro, Bahia und Sao Paulo nachgewiesen werden. Im Laufe der Jahrzehnte wuchs die Popularität des brasilianischen Tanzes sowohl unter der armen Bevölkerung wie auch in der mittelständischen Schicht und dies besonders zur Karnevalszeit. Im 20. Jh. fand er den Weg in die Städte. Denken wir heute an Samba, so sehen wir vor allem den Karneval in Rio de Janeiro vor Augen.
Ab 1840 wurde aus dem bunten Volkstreiben Festveranstaltungen, die in richtigen Ballhäusern stattfanden. Es entstanden regelrechte Karnevalsgesellschaften, die inzwischen auch recht finanzstark sind. "In Brasilien, so sagt man, gibt es dreiZeiten: die Zeit vor dem Karneval, während des Karnevals und nach dem Karneval." Seit 1950präsentiert sich der Karneval in Bahia verstärkt afro-brasilianisch und führt so zum Straßenkarneval zurück.
Surdo de primeira
É o maior surdo e o que dá o andamento principal ao samba, servindo como base. Os puxadores se guiam por ele para não acelerar ou desacelerar o canto do samba. Em geral, há um surdo de primeira junto aos puxadordes, como guia. Tem uma afinação mais forte e mais aguda do que a dos surdos de resposta.
Surdo de segunda
É a resposta ao surdo de primeira. Serve como sustentação para o samba no momento em que o surdo de primeira está 'parado', sendo um contraponto.
Surdo de terceira
Aparece entre os outros dois (um pouco antes do surdo de segunda). Serve para dar um molho especial à cadência, quebrando a dureza dos outros surdos e dando um balanço à marcação. A batida varia de escola para escola, pois cada uma utiliza um tempo de corte.
Caixa de Guerra
É o que dá o som característico ao samba. Só com o som da caixa já se pode identificar uma escola de samba. É sempre tocado com duas baquetas, e tem duas cordas sobre o 'couro' que dão uma afinação diferente. Marca o andamento, mas permite floreios que não ocorrem nos surdos. A forma como se toca uma caixa varia também de escola para escola: algumas utilizam o instrumento embaixo, na altura da cintura, tocando normalmente com as duas mãos; outras põem a caixa 'em cima', utilizando uma mão como apoio e a outra livre. O tarol é uma caixa de guerra mais fina. O som é muito semelhante, e o tarol, em tamanho, equivale a 'meia caixa'.
Repinique
É uma resposta à caixa. É bastante utilizado nas paradinhas e nas viradas do samba, como 'senha' para a volta dos demais instrumentos. Antigamente, utilizava-se predominantemente o repique nas paradinhas. Hoje, já admite-se o uso de chocalhos, tamborins e outros, enquanto o resto da bateria silencia.
Chocalho
É formado por várias fileiras de 'chapinhas'. Há chocalhos com duas, três, quatro, cinco e até seis fileiras. Não há uma grande diferença no som dos chocalhos devido ao número de fileiras (mas uma maior quantidade de fileiras produz um som mais forte). Esse instrumento aparece mais nos refrões, e fica passagens inteiras do samba sem ser tocado. O chocalho ajuda a caixa a dar o suingue do samba, mas é mais leve.
Tamborim
É um dos instrumentos mais importantes, já que faz todo o desenho do samba. Enquanto os surdos e a caixa fazem uma marcação contínua, o tamborim faz diferentes bossas no samba. Sua baqueta pode ter ponta única ou múltipla, o que produz sons diferentes. Por sua importância dentro da bateria, o naipe de tamborins costuma ter diretores específicos para ele.
Cuica
O som da cuíca é produzido através de uma pequena haste que fica em seu interior, que puxa um esticadíssimo couro que reveste o instrumento. Seu andamento é dependente da marcação dos surdos, que são seguidos pela cuíca. As cornetas e outros apetrechos que aparecem em algumas cuícas na Avenida são meramente decorativas.
Agogô
Tem um dos sons mais agudos da bateria. A bateria do Império Serrano é famosa por privilegiar seu naipe de agogôs, o que acabou por se tornar uma das maiores marcas da escola. Em 2001, serão mais de 50 agogôs na bateria da verde-e-branco de Madureira.
Reco-reco
Formado por uma haste e um pedaço de madeira (ou metal), seu som é produzido pelo atrito entre essas partes. Algumas baterias já não têm mais reco-recos entre seus ritmistas, mas muitas ainda mantêm esse instrumento. O instrumento observado à esquerda é feito de metal, assim como sua vareta.
Pandeiro
Dá um ritmo característico ao samba, mas tem um som pouco audível no conjunto da bateria. Por isso, muitas escolas aboliram o pandeiro de suas baterias. É usado como 'alegoria' por muitos ritmistas, que o tocam para as mulatas sambarem e fazem coreografias.
Prato
Outro instrumento utilizado basicamente como 'alegoria' pelos ritmistas. Em geral, as escolas têm uma ou duas pessoas com o prato, à frente da bateria, sambando e fazendo malabarismos com os pratos. O som, produzido pela batida de um prato no outro, é bastante forte.
En Español:
Historia del Samba
La palabra Samba, y el género musical samba,dan para largo estudio. La palabra Samba, en portugués, fue derivada del semba, palabra común al muchos idiomas Bantúes del Oeste africano Para los esclavos africanos, traído a Brasil durante los siglos 17, 18, y 19, la palabra tenía a la variedad de significados: orar, o invocar los espíritus de los antepasados, o los Dioses de El panteón africano. Como sustantivo, pudo significar queja, llanto, o algo como el blues. En Brasil, la Samba es la mujer con la misma función de un nagô del ekedi en los temples de los banto:
bailarín sagrado, es iaô, la hija del santo. También, en Brasil los esclavos africanos llamaron la samba a ceremonia religiosa caracterizada por el ritmo
y coreografía del batuque.(Batuque: el acto de" batucar"; para hacer algunos
ritmos usando cualquier tipo de instrumento T objeto, y también la versión de Río de Janeiro del arte marcial" capoeira"). El Jongo, una variante de la Samba, hasta hoy es considerado un baile religioso.
La primera apariencia escrita conocida de la palabra Samba como portuguesa, significando ritmo y baile fue en 1838, en el periódico "O Carapuceiro", en un artículo escrito por el padre Lopes Gama
En 1917, Ernesto dos Sagrados" Donga", grabó su canción "Pelo telefone", y
etiquetó el Samba. Ésta es oficialmente la primera grabación de amba. Desde
entonces, los descendientes de los músicos de esclavos empezaron a ver el Samba como un nuevo acercamiento al batuque de Angola, y se determinó integrarlo a la sociedad blanca por medio de lo que llamoron Escolas de Samba.
Escuelas de Samba
Como pionero del Samba, Angenor de Oliveira, tocaba en su niñez, en los patios traseros de las señoras viejas a quienes llamaban " tías", y la policía los detenía a menudo porque el Samba, entonces, era considerado " cosa de vagos y bandoleros."
Desgraciadamente, hasta hoy en Brasil si un " blanco" se dedica tocar samba, es considerado un intelectual, o excéntrico, pero si un descendiente africano hace lo mismo, es visto como un bago, atorrante, larva, o algo asil.
Otras sociedades diferentes que acarician el Blues, el Jazz, el Mambo, la
Rumba, el Reggae y otros géneros, y ve estas artes musicales como parte del tesoro
nacional, con orgullo, la sociedad brasileña se niega a reconocer el Samba como factor a cultivar la cultura de Brasil y no se respeta a los grandes maestros.
No hay un museo del Samba, o cualquier tipo de premio a las personas ni instituciones dedicadas hacia la promoción y preservación de la cultura del Samba o incluso a una estructura bien organizada de promoción en los mercados internacionales. El Samba en Brasil, todavía es una cultura subterránea.
Sin embargo, gracias a algunas personas en Brasil y alrededor del mundo que ven
el Samba de otro modo, algunos artistas con su amor y dedicación, la Escolhas de Samba, y personas generales que se juntan para tocar, cantar y bailar el Samba, se generan nuevos estilos, desarrollandose y evolucionando continuamente y con fuerza.
Samba-cançâo
Variedad del género samba, más lento y sentimental que la samba de carnaval. Se estima su aparición en el año 1917, con la canción Pelo telefone (Por teléfono), que hace alusión a la represión con la que se intentaba combatir el juego clandestino en Río de Janeiro. En la década del treinta se hace conocida mundialmente a través de las voces de Carmen Miranda y Mario Reis. Carmen Miranda (María do Carmen Miranda da Cunha) participó en varias películas y comedias musicales norteamericanas, seduciendo al público estadounidense con sus voluminosos tocados de frutas tropicales. En los sesenta se ve renovada a partir de las composiciones de Chico Buarque de Holanda, Wilson Simonal, Benito de Paula, Vinicius de Moraes y Milton Nascimento, entre otros.
Samba exaltacao
Variedad del género samba, característico del gobierno de Getulio Vargas (1939-1945), cuyas letras exaltan a Brasil, su gente y sus costumbres.
Samba versado
Variedad del género samba, característico por sus extensas coplas y típico de las fiestas de carnaval.
Samba reggae
Fusión entre los dos ritmos latinoamericanos, originado en Río de Janeiro. Gilberto Gil, uno de sus máximos representantes, considera al reggae un símbolo de la unidad del pueblo negro en Latinoamérica, ya que recupera el vigor de la cultura africana.
Englisch:
The History of Samba
Samba remains a popular Brazilian dance form and musical genre.
Over the years, it has been exported worldwide,
and fused with contemporary music to its success.
Though its origins are widely disputed, the genre can be placed as
having its roots origins in the
traditional religious ceremonies brought to Brazil by African slaves.
As a musical genre, samba combines the rhythmic
percussion tempo variation with the sounds of the pandeiro, reco reco,
tamborim and cuica to name a few, giving it its distinct sound and vibe.
With its link to the yearly Carnaval (Brazilian carnival),
samba has come to symbolize racial and social harmony.
The northeastern state of Bahia, cradle of many Afro-Brazilian traditions,
is home to the origins of Samba music.
When slavery in Brazil was abolished in 1888,
former slaves from Bahia migrated south to Rio,
which is currently the base of Samba.
The word “Samba” is derived from the word “Semba”.
In the African Bantu language known as Kimbundo,
brought to Brazil by slaves taken predominantly from Angola,
“Semba” signifies “naval bump” which depicts the intimacy and
“invitation” to dance, a feature common in many Afro Brazilian forms.
It is also noted that the word Samba is the infinitive of “kusamba”
which literally means “to pray”
or to invoke favor of the gods through rhythm,
song and dance.
It is believed that Angola's traditional semba music lies at the founding heart of Brazilian samba. Used as a means of celebrating and religious worship, the semba follows an ancient rhythm, accompanied by a dance form similar to present day samba with emphasis placed on the undulations of the hips and belly. However, in samba there are no undulations of the hips. Movement comes from the legs. The hips stay still.
Samba emerged as a musical genre after its birth in the region of Bahia known as “Little Africa”. Terreiros da Candomble (religious houses) were founded by Bahian priestesses also known as Tias (Aunts) or Baianas (Bahian Aunts), to invoke the gods through song and dance. During these religious ceremonies, samba de roda was danced to the beat of African drum and percussions. Gathering in the homes of well respected Baianas, people would create and compose samba variations. The first officially broadcast samba song, entitled “Pelo Telefone”, was recorded in the terreiro of legendary Tia Ciata in Praça Onze, Cidade Nova (Rio).
When slavery came to an end, mass migration to Rio from Bahia commenced. Continuing the practice of samba, Escolas de Samba (samba schools) were established as a creative and artistic outlet for poor communities. Accompanied by percussion music, blocos (groups of dancers) sung and danced in celebration of Carnaval through their neighborhoods and neighboring favelas (shanty towns). Initially, the practice and dance expression of samba was prohibited for it was perceived as obscene, improper and in bad taste in the view of Brazil’s upper class. Angenor de Oliveira, a pioneer of Samba, has been quoted as saying “In my childhood, we played the Samba in the backyards of the old ladies, whom we call tias, and the police stopped us often, because the Samba, then, was considered a thing of bums and bandits.”
Thus looked down on by European settlers and upper class citizens, samba was practiced often in secret societies. With the advent of migration south, blocos formed the basis of the first escolas de samba. However, in 1917, the Samba Carnavalesco was presented to the public by Ernesto dos Santos, or Donga, son of Tía Amelia, in the song “Pelo Telefone” (on the telephone).
The musical form of Samba rose in popularity in the 1920s, establishing itself as a firm favourite for Carnaval Brasileiro. In time, when the first few escolas de samba were established, and dance groups (blocos) paraded the streets in groups of no more than 50 people, the parades evolved into competitions in which the best group would dazzle the crowd with their rhythmic dance expression and elaborate costumes. Samba became a means of instilling national pride in the masses and was officially recognized worldwide, as a musical genre and dance form. Maintaining its Portuguese/Iberian connection and the legacy of Africa, in 1925 samba was imported into Europe and studied heavily by aficionados from Europe, the US and elsewhere.
The 1930s saw a start to government subsidy of escolas de samba who presented patriotic themes as part of their performance. The theme of Brazil as a racial democracy was presented, with a distinctly “African” samba style being promoted. The samba de enredo comprised the theme songs of Rio de Janiero's Carnival - batucadas (large percussion sections), as well as the singers and dancers comprising the escolas de samba, marched in street parades to samba de enredo, and frequently, samba cançao.
In time, numerous escolas de samba fell prey to profit-seeking small businesses who subcontracted the escolas’ services and performances to tourism agencies. Schools were sponsored and supported on the basis that they forward particular political agendas or remained instruments of tourism. In response to this loss of authenticity in samba, the 1980s saw the rise of the pagode movement, which brought samba a step towards regaining authenticity which was at risk. The grassroots movement which arose from Rio’s working class suburbs in direct response to the problem at hand, merged Afro-Brazilian nationalist identity with cultural resistance through assertive samba lyrics and groups organizing their own carnival parade blocos, free from external cultural intervention.
Samba remains a diverse and versatile art form. Over the years, Samba has evolved into different sub genres. Some of the most popular genres include Baiano, Mesemba, a Batucada, and Carnaval. As a sound all its own, the samba additionally exists in different forms: samba canção (song samba), samba-choro, samba carnavalesco (carnival samba), samba enredo (theme samba) and samba de breque (break samba).
Whilst some forms of samba such as afoxé still maintain their religious and cultural African roots, other forms have merged and fused to create new rhythms altogether, with samba reggae being the more obvious examples. Samba reggae is said to have evolved from the formation of Bahia’s Afro Blocs, which prioritized black consciousness in their lyrics, as a result of the 1970s movement in the US, thus integrating popular forms of black music. In turn, samba gafieira was a musical style which evolved from the form danced in popular nightclubs, known as gafieiras. Samba de breque (break samba) emerged as a form which incorporated short breaks or pauses which were filled in by rap, typically representing gangsta personas such as Moreira da Silva.
As a musical genre and dance expression, Samba has been afforded many cultural interchanges. Having evolved to incorporate the multicultural aspect of Brazil, samba’s African historical roots remain firmly intact, and its European influence evident in contemporary forms of salsa.
Rio de Janeiro
No one is sure where the term samba originated. Some say it comes from the word semba‚ a Congo/Angola expression used to describe a traditional African dance brought to Brasil by slaves. It may also come from the Umbanda term san-ba meaning to pray as many samba players and composers are followers of Umbanda and Candomblu.
Today’s samba schools are descendants of the neighbourhood blocos - groups of poor Rio residents who came together to sing and dance to the accompaniment of percussion music. Blocos celebrated carnival in their own neighbourhoods and visited neighbouring favelas and often ran foul of the police for their raucous and sometimes lewd antics.
Samba came to the attention of white Brasilians with the advent of radio and record players and the first recorded sambas appeared from 1917 onwards. The first samba school Deixa Falar (Let Them Speak) was formed in 1928. Quickly‚ many other samba schools were formed such as Mangueira (1930) and Portela (1935)‚ all of which exist to this day. The term samba school refers to the fact that many of these early groups rehearsed in school yards.
A typical samba school can number 3000 to 4000 members‚ although not all members will perform for carnival. A samba school carnival entry will typically include singers (puxadores)‚ musicians‚ including a drumming section called the bateria‚ dancers‚ giant puppets‚ several floats and flag bearers‚ all ornately decorated or wearing colourful costumes. As well as the performers‚ there will be an army of people behind the scenes‚ building props and floats‚ making costumes‚ designing elements of the entry‚ doing the administration‚ etc.
The most important event in the annual life of a samba school is the carnival parade. Carnival is celebrated each year just before the Catholic feast of Lent and‚ as such occurs in February or early March. Samba schools will begin their preparations for the carnival as early as mid July. Samba school members compose songs and submit designs for costumes‚ floats‚ etc. The samba enredo (winning song) is selected and becomes the key song and determines the overall theme for that year's entry. Then‚ intensive rehearsals‚ float construction and costume making commences which will continue right up to the beginning of carnival.
Salvador de Bahia
In Salvador de Bahia‚ carnival traditions developed differently and are closely linked with the black-consciousness movement of the 1970’s. Taking on board the same influences as Rio samba‚ and mixing them with music from other black artists of the period (soul‚ funk and reggae)‚ new Afro Blocs formed. Afro blocs celebrated the African heritage of their (mainly black) membership and set about educating people about African cultures while speaking out about past and present injustices and inequalities in Brasilian society. Their music contains a stronger African influence than Rio samba.
The first Afro bloc was Ile Aiye‚ formed in 1974. Ile Aiye took the controversial step of excluding whites and mulattos from their ranks and specialises in provocative‚ pro-black lyrics. The best-known Afro bloc of all is Olodum‚ who are generally considered to have invented samba-reggae.
Samba-reggae mixes Afro bloc music with reggae influences‚ to produce an extremely popular music form which has gained popularity world over. Amongst others‚ Olodum have recorded and performed with such luminaries as Jimmy Cliff‚ Herbie Hancock‚ Paul Simon and Michael Jackson.
Recife and Olinda
The third pillar of Afro Brasilian music history lies in the northeastern state of Pernambuco‚ centred around the cities of Recife and Olinda.
In the past‚ this area was somewhat isolated from the rest of Brasilian society and‚ as such‚ the music here developed in isolation from other forms. This has resulted in two factors: Some music forms are closer in structure and content to their original roots and the music found here is unique to the area.
The main carnival pattern from the Northeast is Maracatu‚ a slow trance-like rhythm relying on heavy‚ off beat patterns laid down by bass drums (alfaias)‚ complex interlocking snare rhythms and large African cowbells (gongus).
Also associated with carnival in the Northeast is Frevo‚ a manic‚ polka-type music played with percussion instruments and brass and Forru‚ music played on accordion‚ triangle and bass drum (zabumba).
Brazil is the fifth largest country in the world and is the birth place of the Samba. Much of the music in the heavily populated coastal areas shows a remarkable combination of African, Native Indian, and Iberian influences.
Modern Samba was developed from an earlier Brazilian musical style called Choro. Both Samba the dance and music can take many forms, from the vivacious call response of samba de enredo, the music of Carnaval to samba-cancon or song samba, a more relaxed guitar and rhythm variant. Bossa Nova, which translates to New Wave, hit America big time in the Sixties with "The Girl From Ipanema". This song by the legendary composer Antonio Carlos Jobim became a classic in jazz and elevator music.
In the 16th century, the portuguese discovered on the east coast of South America, a place they called the January River (Rio de Janeiro). Colonists soon settled and as the colony prospered, slaves were brought from south-west Africa to work in the plantations of Bahia, in the north-east of what became Brazil.
To adherents of the Afro-Brazilian religion, Candomble, Samba means to pray, to invoke your personal orixa (god/saint). The African rhythms enveloped in Latino music came from the Yoruba, Congo and other West African people, who were transported to the New World as slaves. In their homeland the rthythms were used to call forth various gods. Candomble preserves these rhythms to this day! It is these rhythms that has heavily influenced Brazilian music making Samba a unique genre of music.
The native dances were considered sinful by the Europeans and at different times the authorities tried to suppress their popularity. Still, many in the colony became popular amongst both blacks and whites.
The Batuque described as a circle dance with steps like the Charleston done to hand clapping and percussion, became so popular that the prtuguese emperor Manuel I who fled to Brazil during the Napoleanic Wars, passed a law forbidding it!
A composite dance was developed in the 1830's which combined the plait figures from these Negro dances and the body rolls and sways of the indigenous Lundu. Later, carnival steps were included. This dance was modified and began to be performed with the dancers holding each other in the European way (closed dance position). Around 1885, it was adopted by high society in Rio, and popularised as the Zemba Queca. It was modified again and called the Mesemba.
At the beginning of the 20th century, the Mesemba was combined with another Brazilian dance, the Maxixe and was popularised in the U.S.A and Europe. It has been described as having the steps of the Polka done to the music of the Cuban Habanera (from Havanna). The present day Samba still contains a step called the Maxixe, consisting of a chasse and point.
In the 1930s, a form of the Samba called the Carioca was revived in U.K and spread to the USA. Movies helped popularise it, with Fred Astaire and Ginger Rogers performing it in their first film together. In 1941, its popularity was boosted by performances by Carmen Miranda in her many films. However, the exorbinate fees paid to holders of US copyrights probably had a lot more to do with the rise in popularity of Latin music in the US and the world! To avoid the fees, US radio stations played Brazilian and other Latin music. To the chagrin of the US music industry, the audience loved it!
The Ballroom Samba, while maintaining elements of what the Brazilians consider the true Samba, was formalised in 1956 by Pierre Lavelle. Since then, various forms of Samba have been developed to fit the mood of modern music.
In an interview, Ismael Silva said about the history of the samba that: "They say that the first samba is "Pelo Telefone" - it is not; this is Maxixe. In the Morro [hills surrounding Rio], samba is batucada. The same samba is born of a rhythmic necessity that it allows you to sing, to dance and to parade at the same time. The samba has an interesting and long history - it comes from Bahia. Our ascendants are blacks who had suffered the slavery...From there the samba was born of social and rhythmic necessity. Donga says the samba I co-authored with Nilton Bastos for the 1931 Carnival, "Se Voce Jurar", is a Marcha. It is not! Samba is not Maxixe. It is Batucada!"
What is a Samba? In regards to the music, this discussion has been going on for 70 years!
In 1956 Pierre Lavelle formalised the Ballroom dance steps of the Samba and in the context of the dance, formalised the music, at least the music used in competitive dance. However, ballroom is only one variety of samba dance. The popular variations, call them StreetDances if you will, have developed as the music has gone through various transitions.
As a description of a popular musical form, the term "Samba" was first commercialised in 1916; written by Donga and recorded by the band Oita Batutas. However, the Samba rhythm has older origins linked to the rituals of the Afro-Brazilian Candomble religion and to the lives of the black refugees who at the beginning of the twentieth century fled from Bahai in the north east of Brazil to Rio.
A typical dance history of Samba will always mention the dancers Manuel Diniz ("Duque" - the duke) and Gaby, two Maxixe dancers resident in Paris, who are credited with creating the ballroom version of Samba (the dance) and introducing it to Europe. However, this history of samba conveniently omits to mention the band called Oito Batutas and the black musicians Pixinguinha and Donga. These were the musicians that introduced Duque to the Samba rhythm. These are the musicians, that accompanied Duque to Paris and who introduced Paris to the syncretised "black" music of Brazil!
Among the different styles that make up what is known as Brazilian music, samba stands out as the most characteristic and popular, both in Brazil and abroad.
Its origins can be traced to the 17th century Bahia, where slaves captured in Angola and Congo landed ,divulging their semba gatherings (at the time called umbigada, or belly bumping). At the closing of the 19th century, the city of Rio de Janeiro - at the time the country's capital - became Brazil major cultural centre, where melting pot of rhythms of diverse origins, such as the Polka, the Lundu, the Habanera, the Maxime, would blend with the old African Rhythm from the semba gatherings, generating the samba in the process.
In the beginning of the 20th century, the neighbourhoods adjacent to downtown Rio - Estácio, Saúde, and PraÇa Onze, became the ultimate bastion of this genuinely Brazilian rhythm. That was where the "baianas", affectionaly called "aunts" by the people, settled. They were based on the traditional figure cut by heavy-set women from the state of Bahia. Wearing their wide, white garbs, swaying to their own rhythms, they contributed to this "migratory movement", which hastened the blending of those styles, culminating in the creation of samba.
In tradition to carrying traditional sweets and goodies, the "aunts" from Bahia brought along the tradition of religious syncretism in their back yard celebrations, aligning profane and religious traditions, always swayed by great music.
The most famous of those celebrations were held at Aunt Ciata's where young and talented musicians and composers of that period, among them Pixinguinha, joão da Baina and Donga, would get together. The latter, a habitué in those celebrations and son of famous Aunt Amélia, recorded in 1917 what many believe to have been "the first samba to be recorded": Pelo Telefone. The music contrived in Aunt Ciata's back yard was sort of a collective creation, the first part of which had permanent lyrics (usually by an unknown author) and the second part made up of verses improvised on the spot.
Performed at batuque gatherings in Rio de Janeiro, several names where used to define it: caxambú, jongo, partido alto, and, later, samba and batucada. Disseminated from Estácio to the rest of the city, different kinds of sambas emerged, such as samba-cancáo, samba-exaltacáo, samba de breque, samba de terreiro, samba the partido alto, samba enredo, etc.
Samba is one of the best known forms of Afro-Brasilian music. Afro-Brasilian culture developed through a blending of cultures as a result of the Portuguese colonisation of Brasil.
The Portuguese wished to use Brasil’s temperate climate to grow crops such as coffee and sugar and subjugated the indigenous Indian population to work their plantations. The Indians found this way of life unacceptable and were subsequently wiped out through a mixture of military campaigns and unknown diseases‚ inadvertantly carried by the European’s.
To replace them‚ slave labour was transported from Africa and inevitably‚ the African’s brought elements of their culture with them. Out of this racial melting pot‚ Afro-Brasilian culture was born.
This vibrant and exciting culture is still evolving and is expressed in different ways in various parts of Brasil. It is important to note that what we in Europe call samba or Samba music‚ is often an umbrella-term encompassing several different forms of music (samba‚ samba-reggae‚ afro bloc‚ maracatu‚ baio‚ etc.).
In Brasil‚ ‘samba’ refers to the carnival music associated closely with Rio and to a lesser extent Sao Paulo.
Rio de Janeiro
No one is sure where the term samba originated. Some say it comes from the word semba‚ a Congo/Angola expression used to describe a traditional African dance brought to Brasil by slaves. It may also come from the Umbanda term san-ba meaning to pray as many samba players and composers are followers of Umbanda and Candomblu.
Today’s samba schools are descendants of the neighbourhood blocos - groups of poor Rio residents who came together to sing and dance to the accompaniment of percussion music. Blocos celebrated carnival in their own neighbourhoods and visited neighbouring favelas and often ran foul of the police for their raucous and sometimes lewd antics.
Samba came to the attention of white Brasilians with the advent of radio and record players and the first recorded sambas appeared from 1917 onwards. The first samba school Deixa Falar (Let Them Speak) was formed in 1928. Quickly‚ many other samba schools were formed such as Mangueira (1930) and Portela (1935)‚ all of which exist to this day. The term samba school refers to the fact that many of these early groups rehearsed in school yards.
A typical samba school can number 3000 to 4000 members‚ although not all members will perform for carnival. A samba school carnival entry will typically include singers (puxadores)‚ musicians‚ including a drumming section called the bateria‚ dancers‚ giant puppets‚ several floats and flag bearers‚ all ornately decorated or wearing colourful costumes. As well as the performers‚ there will be an army of people behind the scenes‚ building props and floats‚ making costumes‚ designing elements of the entry‚ doing the administration‚ etc.
The most important event in the annual life of a samba school is the carnival parade. Carnival is celebrated each year just before the Catholic feast of Lent and‚ as such occurs in February or early March. Samba schools will begin their preparations for the carnival as early as mid July. Samba school members compose songs and submit designs for costumes‚ floats‚ etc. The samba enredo (winning song) is selected and becomes the key song and determines the overall theme for that year's entry. Then‚ intensive rehearsals‚ float construction and costume making commences which will continue right up to the beginning of carnival.
Salvador de Bahia
In Salvador de Bahia‚ carnival traditions developed differently and are closely linked with the black-consciousness movement of the 1970’s. Taking on board the same influences as Rio samba‚ and mixing them with music from other black artists of the period (soul‚ funk and reggae)‚ new Afro Blocs formed. Afro blocs celebrated the African heritage of their (mainly black) membership and set about educating people about African cultures while speaking out about past and present injustices and inequalities in Brasilian society. Their music contains a stronger African influence than Rio samba.
The first Afro bloc was Ile Aiye‚ formed in 1974. Ile Aiye took the controversial step of excluding whites and mulattos from their ranks and specialises in provocative‚ pro-black lyrics. The best-known Afro bloc of all is Olodum‚ who are generally considered to have invented samba-reggae.
Samba-reggae mixes Afro bloc music with reggae influences‚ to produce an extremely popular music form which has gained popularity world over. Amongst others‚ Olodum have recorded and performed with such luminaries as Jimmy Cliff‚ Herbie Hancock‚ Paul Simon and Michael Jackson.
Recife and Olinda
The third pillar of Afro Brasilian music history lies in the northeastern state of Pernambuco‚ centred around the cities of Recife and Olinda.
In the past‚ this area was somewhat isolated from the rest of Brasilian society and‚ as such‚ the music here developed in isolation from other forms. This has resulted in two factors: Some music forms are closer in structure and content to their original roots and the music found here is unique to the area.
The main carnival pattern from the Northeast is Maracatu‚ a slow trance-like rhythm relying on heavy‚ off beat patterns laid down by bass drums (alfaias)‚ complex interlocking snare rhythms and large African cowbells (gongus).
Also associated with carnival in the Northeast is Frevo‚ a manic‚ polka-type music played with percussion instruments and brass and Forru‚ music played on accordion‚ triangle and bass drum (zabumba).
Samba History
The roots of the Samba are in Africa, but most of the development is done in Brazil, you will recognise the Samba from the Carnival Parties and Samba Schools in Brazil. In 1925 the Samba was imported into Europe. Although the samba was already accepted as a competition Dance, the great breakthrough of the Samba happened on the World exhibition in NEW York in 1939. Europe was really captured by the Samba in 1948/1949. Walter Laird with partner Lorraine developed he Samba enormously.
One would have to think long and hard before coming up with the name of anyone who’s done as much for Brazilian music in the past 37 years as the inimitable Hermínio Bello de Carvalho. Writer, poet, producer, director, cultural agitator and preservationist, talent scout and magic-wand waver, Hermínio seems to have always been there at crucial moments in MPB history, putting his finger on the pulse of things and his signature on major milestones.
Hermínio’s list of accomplishments is practically endless. He’s lyricist to the choicest assemblage of composers—melodies by Pixinguinha, João Pernambuco, Cartola, Jacob do Bandolim, Paulinho da Viola, Elton Medeiros, Sueli Costa, Maurício Tapajós, João de Aquino, Guinga, and Villa-Lobos have been embellished with his verse. A talent spotter extraordinaire, he’s guaranteed a place in heaven just for the discovery of Clementina de Jesus. Some of the most important shows and albums ever to be launched in Brazil—Rosa de Ouro; Elizeth Cardoso with Jacob do Bandolim, Zimbo Trio & Época de Ouro; Gente da Antiga; Som Pixinguinha; Valzinho, Doce Veneno; Ary Amoroso; Mangueira, Sambas de Terreiro e Outros Sambas; and Clementina’s centenary 8-CD box are but a few of over 100 such productions—had Hermínio as their conceptual father and midwife. For thirteen years he directed the musical division of Funarte, and it is him we have to thank for the precious collection of 65 albums known as Acervo Funarte (see the remaining 45 discs here).
He could be resting comfortably on his laurels, but the indefatigable Hermínio keeps at it. This year he brought to life two more beauties, both released by the newish label Biscoito Fino, which aims high and hits the target with remarkable consistency.
Zezé Gonzaga
Only a lady who still sings
Like Hermínio, Zezé Gonzaga is a national treasure. Younger listeners will have heard her gently mournful voice accompanied by guitarist Mauricio Carrilho in “Solidão” on Lumiar’s Songbook Antonio Carlos Jobim Vol. 5 and in “Valsinha” on Songbook Chico Buarque Vol. 3. American MPB fans may have picked up Great Voices From Brazil (ANS Records 12220-2), a Stateside reissue of As Eternas Cantoras do Rádio, in which Zezé teams up with several other veteran divas. Three years ago she released the duo CD Clássicas (another Hermínio production) with Jane Duboc. Now she and Hermínio regale us with Sou Apenas uma Senhora que Ainda Canta, a solo album that was a long time coming—it's the singer’s first since Valzinho, Doce Veneno of 1979.
Hermínio is a fiercely loyal friend and producer. He produced practically all of Elizeth Cardoso’s albums from the mid-’60s until the end of her life. In Sou Apenas uma Senhora que Ainda Canta, he found a way to shine the spotlight on both his favorite singers by having Zezé Gonzaga record A Divina’s repertoire.
At the age of 76, Zezé is as capable as ever (perhaps more than ever) of breaking your heart. In this dignified and lyrical production she’s accompanied by musical director/arranger Cristovão Bastos on piano and accordion; João Lyra on guitar; Jorge Helder on bass; Hugo Pilger on cello; and Ricardo Pontes on saxophone. It’s an exercise in beauty from beginning to end.
Listen to audio samples.
Zezé Gonzaga: Sou Apenas uma Senhora que Ainda Canta
(Biscoito Fino BF 518; 2002) 54:58 min.
01. Faxineira das Canções (Joyce)
Esquecendo você (Antonio Carlos Jobim/Vinicius de Moraes)
02. Inquietação (Ary Barroso)
03. Vestígios (Cristóvão Bastos/Hermínio Bello de Carvalho)
Trocando em Miúdos (Francis Hime/Chico Buarque)
Molambo (Jayme Florence/Augusto Mesquita)
04. Por Que Te Escondes (Pixinguinha/Thiago de Mello)
05. Cansei de Ilusões (Tito Madi)
Não Me Culpe (Dolores Duran)
Quando Tu Passas por Mim (Antonio Maria/Vinicius de Moraes
Franqueza (Dennis Brean/Osvaldo Guilherme)
06. Meu Consolo É Você (Roberto Martins/Antônio Nássara)
07. Todo o Sentimento (Cristóvão Bastos/Chico Buarque)
08. Imagens (Valzinho/Orestes Barbosa)
09. Vida de Artista (Sueli Costa/Abel Silva)
10. Prelúdio da Solidão (Heitor Villa-Lobos/Hermínio Bello de Carvalho)
O Que Tinha de Ser (Antonio Carlos Jobim/Vinicius de Moraes)
11. Pra Machucar Meu Coração (Ary Barroso)
12. Sou Apenas uma Senhora que Ainda Canta (Radamés Gnattali/Hermínio Bello de Carvalho)
13. Chão de Estrelas (Sílvio Caldas/Orestes Barbosa)
Estrelas (Elizeth Cardoso)
Canção de Amor (Chocolate/Elano de Paula)
A roda de samba at home
In 1965 and ’67, Hermínio staged the legendary musical (and subsequent two albums) Rosa de Ouro, showcasing samba classics sung by old and new talent. The former was represented by veteran actress/singer Araci Cortes (1904–1985) and the even older new discovery Clementina de Jesus (1901–1987). Among the latter, Paulinho da Viola and Elton Medeiros, along with sambistas Nelson Sargento, Jair do Cavaquinho, and Anescar do Salgueiro, who went on to found the samba groups A Voz do Morro and O Cinco Crioulos.
Rather than repeat Rosa de Ouro, Hermínio produced a new stage show and double CD with a similar formula: a well-researched samba repertoire performed by veterans singing solo and younger vocalists performing in a roda-de-samba setting. He called it O Samba É Minha Nobreza.
The soloist this time is Roberto Silva, Brazil’s most perfect living traditional singer, whose vocal beauty is still intact at the age of 82. No roda de samba would be complete without Cristina Buarque, who carries in her head more samba history than any carioca. She helped with the repertoire selection and leads the communal singing, which is done by young performers who appear regularly at Lapa bars such as Semente, where rodas de samba are the main attraction.
Hermínio likes to arrange his shows and discs in thematic blocks. A classic example of this construction may be found in Dorival Caymmi’s 70th birthday show, reissued on the PolyGram CD Caymmi in Bahia. In O Samba É Minha Nobreza, the themes are samba history; morro and favela songs; work-related songs; sambas about machismo; money (or lack thereof); and the nobility of samba. The resulting hefty 68-song list leaves no room for lyrics in the CD booklet—a pity for non-Brazilian listeners, who don’t know all these sambas by heart and won’t be able to sing along.
Even without the possibility of a sing-along, this set is the closest most people will ever get to having a roda de samba at home. The expert arrangements were done by Paulão Sete Cordas, who also plays his 7-string guitar and sings. Joining him are ace percussionists Marcus Esguleba and Trambique; Bernardo Dantas (6-string guitar); Marcelo Bernardes (flute); Roberto Marques (trombone); Pedro Aragão (bandolim & banjo), Mariana Bernardes (cavaquinho), and Zé Cruz (straw hat).
Hermínio, you’ve done it again.
See the complete track list and listen to audio samples here.
O Samba É Minha Nobreza
Singers: Roberto Silva, Cristina Buarque, Teresa Cristina,
Pedrinho Miranda, Mariana Bernardes, Pedro Paulo
(Biscoito Fino BF 516; 2002) CD 1: 52:41 min.; CD 2: 49:48 min.
Thematic blocks:
• O Samba por Ele Mesmo: Sua História
• Alvorada: O Amanhecer no Morro
• Batuque na Cozinha: Sambas de Trabalho e Algaravias
• Sambas de Machismo
• O Vil Metal: Sambas de Miserê
• A Dinastia e a Nobreza do Samba
Portugues:
Historia do Samba
A atribuição de Escola de Samba aqueles grupos de batuque que originaram os primeiros blocos, é conhecida do século XXI, mas foi adotado nos fins da década de vinte (sec.XX), época em que ser sambista significava ser arruaceiro, fora das regras - o bloco Deixa Falar passou a fazer ensaios em frente à Escola Normal, no bairro de Estácio, no Rio, e , inconformado com essa descriminação, o compositor Ismael Silva, criou uma definição:
"Deixa falar, nós também somos mestres. Somos uma escola de samba",
batizando definitivamente a associação carnavalesca.
No seu desenvolvimento as escolas adotaram os enredos como componete central da sua estrutura de dança dramática, como denominou Mário de Andrade as manifestações coreográficas populares brasileiras.
O enredo foi mais uma gerança dos Ranchos - inaugurado no carnaval carioca com o Ameno de Rosedá em 1908, apresentando o enredo: Corte Egipciana.
O primeiro enredo de escola de samba foi Sua Majestade o Samba, da autoria de Antonio da Silva Caetano, dando ao desfile da Portela a introdução da modalidade que marcaria o início de uma nova fase na vida das escolas de samba, em 1931, com o samba do compositor Ventura.
Da adoção dos enredos pelas escolas de samba, surge o samba enredo; antes o samba que servia para a escola desfilar era composto uma primeira parte, a segunda era criada de improviso.
Com a determinação do Governo, em 1935, as escolas passaram a usar enredos tirados da História do Brasil; de início um problema artístico que esbarrou em inúmeras dificuldades, que foram desde a adequação melódica à informação histórica, até à própria falta de conhecimento histórico por parte dos autores e componentes, o que, constitui em sí um mérito didático.
O samba enredo estabeleceu-se, finalmente, na Império Serrano, com o samba Tiradentes, até hoje considerado um dos mais belos de todos os tempos, autoria de Mano Décio da Viola, Cumprido e Estasnislau Silva em 1949, contando as passagens da Inconfidência Mineira.
Blocos e cordões antecederam as escolas de samba. A primeira delas, fundada em 1928 no bairro do Estácio, chamava-se Deixa Falar.
O primeiro desfile, ainda extra-oficial, ocorreu em 1932; o primeiro desfile oficial data de 1935 e ocorreu na Praça Onze de Junho, ponto tradicional de concentração de blocos e cordões.
Quando a pranteada Praça Onze, berço do samba, deu lugar à abertura da Av. Presidente Vargas, o local dos desfiles foi transferido sucessivas vezes; da antiga passarela, as escolas do primeiro grupo, passaram a desfilar na
Avenida Rio Branco, entre Almirante Barroso e Santa Luzia. Daí, voltaram outra vez para a Avenida Presidente Vargas, ao longo de quase um quilômetro, entre a igreja da Candelária e a Avenida Passos, em 1963 foram construídas as primeiras arquibancadas, com lugares vendidos ao público.
Foram, o maior espaço e a necessidade de se ocupar esse espaço, os grandes responsáveis pela série de inovações apresentadas pelas escolas no aspecto visual, coreográfico e até estrutural do desfile. Já na avenida Rio Branco, Arlindo Rodrigues e Fernando Pamplona, tinham revolucionado totalmente o estilo tradicional das fantasias e alegorias do Acadêmicos do Salgueiro, com "Quilombo dos Palmares", com esculturas, máscaras, adereços, vestimentas, etc., projetadas agora em dimensões espetaculares, que vieram enriquecer o universo plástico do desfile, aumentando o seu poder alegórico, levando ao grande desenvolvimento das fumções do carnavalesco, como verificou-se a seguir.
(fantasias e alegorias, são componentes estéticos agregados aos festejos na Veneza renascentista)
Em 1984, a criação da Passarela do Samba proporcionou um lugar definitivo para os desfiles, onde, a exemplo das comissões de frente, outros setores passaram a desenvolver-se, neste surprendente e contínuo aprimoramento do batuque que tornou-se o maior espetáculo do mundo.
Atualmente, o desfile constitui bem valioso e muito disputado: além dos ingressos, também são vendidos os direitos de transmissão por rádio e televisão, discos etc..
Deutsche: Brasilien
Amtssprache: Portugiesisch
Hauptstadt: Brasília Staatsform Bundesrepublik
Präsident und Regierungschef: Luiz Inácio Lula da Silva
Fläche: 8.547.404 km²
Einwohnerzahl: 186.112.794 (Juli 2005 est.)
Bevölkerungsdichte: 21,5 Einwohner pro km²
Unabhängigkeit: 1822 erklärt, 1825 anerkannt
Währung: Real
Zeitzone: UTC -2 bis -5
Nationalhymne: Hino Nacional Brasileiro
Kfz-Kennzeichen: BR
Internet-TLD: .br
Vorwahl: +0055
Brasilien (portugiesisch Brasil) ist der flächenmäßig gesehen fünftgrößte Staat der Erde und der bevölkerungsreichste Südamerikas.
Er nimmt über die Hälfte des Kontinents ein und grenzt (von Nordosten gegen den Uhrzeigersinn gesehen)
an Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien,
Uruguay und den südlichen Atlantik und hat so mit jedem südamerikanischen Land außer Chile und Ecuador eine gemeinsame Grenze.
Geographie
Brasiliens Landschaft ist geprägt von ausgedehnten Regenwäldern des Amazonas-Tieflands im Norden und Hochebenen,
Hügeln und Gebirge im Süden. Während die landwirtschaftliche Basis des Landes in den Savannengebieten des Mittelwestens liegt,
lebt der Großteil der Bevölkerung in der Nähe der Atlantikküste, wo sich auch fast alle Großstädte befinden.
Wichtige Städte
Die 20-Millionen-Metropole São Paulo
Strand von Ipanema, Rio de JaneiroDie größten Städte sind São Paulo mit ca. 20 Mio. Einwohnern, Rio de Janeiro mit ca. 11 Mio.
Einwohnern, Salvador da Bahia mit ca. 2,7 Mio. Einwohnern, Belo Horizonte und Fortaleza mit je 2,3 Mio.
Einwohnern und Brasília mit 2,2 Mio. Einwohnern. Die Einwohnerzahlen beziehen sich jeweils auf die Großräume.
São Paulo ist die größte Stadt Südamerikas und der wirtschaftliche Motor Brasiliens.
São Paulo ist das größte deutsche Investitionszentrum außerhalb der EU und den USA.
Als industrielles Zentrum des Landes zieht die Stadt kontinuierlich Einwanderer an, so dass sich die Einwohnerzahl innerhalb von 40 Jahren
verdoppelte. Dieser rapide Bevölkerungszuwachs brachte der Stadt eine vorrangige Stellung in Bezug auf Finanzen, Kultur und Wissenschaft ein,
aber auch Verkehrsprobleme, Umweltverschmutzung und Kriminalität.
Rio de Janeiro war fast 200 Jahre lang Hauptstadt Brasiliens, bis im Jahre 1960 Brasília zur Kapitale ernannt wurde,
und ist die wohl bekannteste Stadt des Landes. Bei Touristen ist sie beliebt wegen des Karnevals und der Strände,
die zu den schönsten der Welt zählen. Der Tourismus hat in Rio einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert,
aber auch produzierende Industrie ist in der Stadt beheimatet. Abseits der Urlaubszentren hat die Stadt mit den typischen Problemen
einer Großstadt zu kämpfen, vorrangig mit Kriminalität und Armut großer Bevölkerungsteile.
Die Hauptstadt Brasília wurde in den 1960er Jahren innerhalb von drei Jahren erbaut. Es handelt sich um eine klassische Planhauptstadt.
Sie wurde von Lúcio Costa im Auftrag des damaligen Präsidenten Kubitschek geplant, Oscar Niemeyer entwarf die Regierungsgebäude.
Brasília sollte ursprünglich als glänzendes städtisches Vorbild dienen. Allerdings ging die Entwicklung in wichtigen Punkten nicht so voran,
wie es die Pläne vorsahen, und so ist Brasília in den äußeren Bezirken mittlerweile ebenfalls von Favelas geprägt.
Heute hat die Stadt knapp 200.000 Einwohner, die Metropolregion zählt etwa 2,2 Millionen Menschen. 70% der Bevölkerung lebt in den Großstädten.
Höchste Berge
der berühmte Corcovado mit der Erlöser-Statue in Rio de JaneiroDer höchste Gipfel Brasiliens ist der 3.014 m hohe Pico da Neblina,
der 1965 zum ersten Mal bestiegen wurde. Wie auch der zweithöchste Berg, der Pico 31 de Março (2.992 m)
liegt der Pico da Neblina im gleichnamigen Nationalpark nahe der Grenze zu Venezuela und Guyana. Der Pico da Bandeira (2.891 m)
wurde früher für den höchsten Berg des Landes gehalten, da er nicht im lange Zeit nur wenig erforschten Regenwald,
sondern im eher dicht besiedelten Südosten liegt. Er gilt durch seine Besiedlung als bestbesteigbarer Berg Brasiliens.
Berühmter noch ist der Corcovado, der mit seinen 710 m einen spektakulären Blick über Rio de Janeiro bietet.
Auf ihm steht die 30 m hohe Erlöser-Statue.
Gewässer
Der mit Abstand wichtigste Fluss Brasiliens ist der Amazonas, größter und längster Fluss der Erde (zwischen 6850 und 7250 km),
mit seinen Nebenflüssen. Die bedeutendsten Zuflüsse sind der Río Purús, der Rio Negro und der Rio Tapajós.
Der Paraná (3.998 km) ist wegen des zur Zeit (Jan. 2006) noch größten Wasserkraftwerkes der Welt (Itaipu) bekannt.
Überblick über den Hauptstrom des Amazonas, der nahezu den gesamten südamerikanischen Kontinent durchquert
Die Lagoa dos Patos bei Porto Alegre ist mit über 10.000 km² die größte Lagune Brasiliens und die zweitgrößte Südamerikas.
Danach kommt die weniger als halb so große Lagoa Mirim, südlich der Stadt Rio Grande.
Inseln
Zum brasilianischen Hoheitsgebiet gehören auch einige Inseln im Atlantischen Ozean. Die etwa 800 km vor der brasilianischen Küste
gelegenen Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen, die nur mit einem Leuchtturm bebaut sind, gehören genauso zum Land wie die ehemalige
Sträflingskolonie Fernando de Noronha, die nicht weit von der Felsgruppe entfernt ist. Beide liegen auf dem mittelatlantischen Rücken.
Vulkanischen Ursprungs sind die Inseln Trindade und Martim Vaz, die zum Bundesstaat Espírito Santo gehören.
Das ovalförmige Atoll Rocas erstreckt sich über mehrere Kilometer und wurde aufgrund der außergewönlichen Tier- und Pflanzenwelt als Weltnaturerbe aufgenommen.
Die größte Insel Brasiliens aber liegt im Amazonas: Marajó ist etwa 48.000 km² groß (größer als die Schweiz),
da aber große Teile in der Regenzeit überschwemmt sind, ist die Insel nur an einigen Orten besiedelt.
Auch die Bananalinsel gehört mit ihrer Fläche (20.000 km²) zu den größten Flussinseln der Welt.
Sie liegt in einem Nationalpark im Bundesstaat Tocantins im Fluss Araguay und ist immer noch größer als bespielsweise Jamaika.
Klima
Das Klima Brasiliens, das zwischen 5° nördlicher Breite und 34° südlicher Breite liegt,
ist überwiegend tropisch mit geringen jahreszeitlichen Schwankungen der Temperaturen.
Nur im subtropischen Süden herrscht ein gemäßigteres Klima. Besonders im feuchten Amazonasbecken gibt es reichhaltige Niederschläge,
man findet jedoch auch relativ trockene Landstriche mit teilweise lang anhaltenden Dürrezeiten, besonders im Nordosten des Landes.
In den höheren Lagen im Süden Brasiliens fällt im Winter der Niederschlag gelegentlich als Schnee.
Im Süden befindet sich an der Grenze zu Bolivien und Paraguay ein ausgedehntes Feuchtgebiet, das Pantanal.
Porto Alegre
Rio de Janeiro
Brasília
Recife
Belem
Manaus
Flora und Fauna
Noch vor Kolumbien, Mexiko und Indonesien ist Brasilien das artenreichste Land der Erde.
Entdeckt wurden bislang rund 3.000 Wirbeltier-, 3.000 Süßwasserfisch-, 55.000 Blütenpflanzen-, 517 Amphibien- und 51 Primaten-Arten.
Allein 207 dieser Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Auch der Wald verkleinert sich stetig.
Zu frühen Kolonialzeiten war noch etwa 60 % der Landesfläche mit Wald bedeckt, heute ist es nur noch 1/3.
Açaí-PalmenDer immergrüne tropische Regenwald im Amazonasbecken ist das größte zusammenhängende Waldgebiet.
Bislang wurden mehr als 2.500 Baumarten entdeckt. Fast alle dieser bis zu 60 m hohen Bäume
finden sich im von Überschwemmungen verschonten Eté-Wald der Terra firme, die wiederum 98 % des Amazonasgebiets umfasst.
Außerdem wachsen in diesem Gebiet u.a. der Gummibaum (caucho), verschiedene Farb- und Edelhölzer (z.B. Palisander), Fruchtbäume (z.B. Paranussbaum) und Heilpflanzen.
Auffällig sind die circa 1.000 verschiedenen Farn- und Orchideenarten.
Neben der terra firme gibt es die Várzea, die bei Hochwasser überschwemmt ist.
Dort wachsen Jupati- und Miriti-Palmen. Das Igapó-Gebiet ist dagegen ständig überschwemmt.
Als typische Pflanze in diesem Gebiet gilt die Açaí-Palme.
Auf dem Amazonas, aber vor allem auf seinen Nebenflüssen, wachsen Seerosen, dessen Blüten 30 bis 40 cm groß werden können.
FlachlandtapirBesonders bekannt sind im gesamten Amazonasgebiet vor allem Papageien, Tukane und Kolibris.
Es sind etwa 1.500 Insekten- und Schmetterlingarten bekannt. Größere Waldtiere sind der Tapir, das Wildschwein, der Jaguar und der Puma.
Daneben bevölkern Wildkatzen, Affen, Faultiere, Gürteltiere und Ameisenbären den Regenwald.
Auch zahlreiche Fischarten (ca. 1.500) sind im Amazonas beheimatet.
Darunter der größte bekannte Süßwasserfisch der Welt: Der pirarucú ist 2 m lang und wiegt etwa 100 kg.
Ein Zitteraal, der 800 Volt-Stromschläge austeilt, und der Piranha, gut 30 cm lang, sind ebenso spektakulär.
Der äußerste Nordosten Brasiliens, früher ebenso aus Regenwald bestehend,
wird mittlerweile fast ausschließlich für Zuckerrohr-Plantagen genutzt. Vereinzelt lassen sich noch Mangroven- und Palmenhaine finden.
Das halbwüstenähnliche Bergland im Zentrum und Süden des Landes (Sertão) ist mit Baumsavanne bewachsen,
der Nordosten dieser Region ist mit Laubbäumen durchsetzte Strauchsavanne. Ferner sind die Tiervorkommen in dieser Region klein.
Nur wenigen Tieren wie dem Ameisenbär oder dem Gürteltier genügen die Bedingungen.
Das Pantanal weist dagegen eine große Tier- und Pflanzenvielfalt auf.
Die Sumpfregion im Mittelwesten Brasiliens steht sieben Monate im Jahr unter Wasser.
Höher gelegene Gebiete der Region sind überwiegend Savannen.
Im Südosten dominieren Kaffeeplantagen und Weiden für Rinder, daneben die besiedelten Gebiete.
Die ursprüngliche Vegetation ist nur noch in einigen Nationalparks zu finden.
Der Süden zeigt eine subtropische Vegetation, die ursprünglichen Araukarienwälder wurden für den Export zerstört.
Diese Bäume erreichen eine Höhe von bis zu 40 m und sind Lebensraum für Affen und Eichhörnchen. Heute sind Niedergrassteppen in dieser Region häufiger.
Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung x 1000
Demographische Struktur und Entwicklung
Die brasilianische Bevölkerung ist sehr jung. Es sind 26,6 % unter 15 Jahre alt, 67,6 % sind 15 bis 64 Jahre alt und nur 5,8 % über 65.
Das mittlere Alter beträgt 27,4 Jahre, die mittlere Lebenserwartung liegt bei 71,4 Jahren. (Schätzungen für 2004)
81 % der Bevölkerung leben in den Städten, die sich durch rasantes Wachstum und Wildwuchs auszeichnen,
in den Außenbezirken bilden sich Favelas genannte Armensiedlungen.
Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist in kaum einem Land so groß wie in Brasilien.
So waren bis 1998 2,8 % der Bauern Großgrundbesitzer mit zusammen 57 % der gesamten Agrarfläche,
wohingegen 90 % der Bauern sich 22 % der Nutzfläche teilen müssen. Etwa 5 Millionen Familien gelten als landlos.
Den schwersten Stand haben dabei Afro-Brasilianer, bei denen Armut, Säuglingssterblichkeit und Diskriminierung wieder zunehmen.
Nicht viel besser ergeht es den Indios. Ein Gleichstellungs- und Anti-Hunger-Programm gilt seit 2003.
Ethnien
Sklaverei in Brasilien, Gemälde von Jean-Baptiste Debret
Starker Einfluss deutscher Einwanderer in Blumenau
Casa Moellmann: Fachwerkhaus in BlumenauUrsprünglich vier Bevölkerungsgruppen bilden die brasilianische Bevölkerung.
Sie sind heute jedoch so umfassend vermischt, dass eine klare Zuordnung oft nicht mehr möglich ist. Diese Gruppen sind:
die Portugiesen, die ursprünglichen Kolonialisten
die Afrikaner, die als Sklaven nach Brasilien verschleppt wurden
verschiedene Immigrantengruppen, hauptsächlich aus Europa (Italiener, Deutsche, Spanier), dem Nahen Osten und Asien,
die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Brasilien angesiedelt haben. Seit 1818 sind über 300.000 Deutsche eingewandert
(siehe auch Deutschbrasilianer). Eine große japanische Bevölkerungsgruppe lebt in Brasilien, außerdem viele Polen, vorwiegend in Paraná.
einheimische Volksgruppen der Tupi- und Guarani-Sprachfamilien (200 ethnische Gruppen mit insgesamt etwa 500.000 Mitgliedern).
Etwa 10 % der Fläche Brasiliens ist für Indianer reserviert.
Ein Großteil der brasilianischen Bevölkerung sind Farbige. Sie sind Nachfahren der afrikanischen Sklaven, die vom 16. bis zum 19.
Jahrhundert in das Land gebracht wurden. Sie stammen aus den ehemaligen portugiesischen Kolonien Angola und São Tomé und Príncipe,
aber auch aus Nigeria, Benin, Togo, Ghana und der Elfenbeinküste.
Heute besitzt Brasilien nach Nigeria die zweitgrößte Zahl an Einwohnern mit afrikanischer Herkunft;
sie haben sich jedoch im Laufe der Zeit stark mit der europäischstämmigen Bevölkerung vermischt.
Nach einer Erhebung des IBGE leben mindestens 11 Millionen Schwarze in Brasilien. Sie sind hauptsächlich im Nordosten ansässig,
aber auch in den anderen Regionen des Landes vertreten.
Indigene Bevölkerung
Hauptartikel: indigene Bevölkerung Brasiliens
Die indigenen Völker in Brasilien waren traditionell halbnomadische Stämme, die sowohl von Jagen und Sammeln,
als auch von einfacher Landwirtschaft lebten. Ein großer Teil der eingeborenen Bevölkerung starb im Zuge der europäischen Kolonialisierung,
meist an eingeschleppten Krankheiten, in Folge von Zwangsarbeit, oder durch die Hand der Kolonialisten.
Der Großteil der verbleibenden Indios wurden mehr oder weniger Teil in der Gesellschaft und vermischte sich im Laufe der Zeit mit den europäischen Einwanderern.
Von schätzungsweise 5 bis 6 Millionen Indios zur Zeit der Entdeckung ging die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 1950 auf nur 100.000 zurück.
In den letzten 50 Jahren wurden politische Fortschritte zur Verbesserung der Situation der Indios gemacht.
Bis 1997 ist die indigene Bevölkerung wieder auf etwa 300.000 angewachsen.
Nach Angaben der brasilianischen Botschaft leben heute ungefähr 410000 Indios in Brasilien, was rund 0,2% der gesamten Bevölkerung entspricht. 2005 gab es Berichte über einen erneuten Anstieg in der Zahl der in Brasilien lebenden Indios auf etwa eine halbe Million. In diesem Fall hinge das Anwachsen wahrscheinlich auch mit der Einwanderung von Indios aus den Nachbarländern Bolivien, Peru und Kolumbien zusammen.
Zwischen 100.000 und 200.000 Indios leben heute in Städten, wodurch die indianische Kultur zunehmend verloren geht.
Nur wenige Stämme in vereinzelten Reservaten im Amazonasgebiet leben noch nach ihrer eigenen Kultur.
Aber auch im Regenwald ist die indigene Bevölkerung verschiedensten Bedrohungen ausgesetzt.
Durch die Abholzung des Urwalds wird ihr Lebensraum dauerhaft zerstört.
Dabei werden die erwirtschafteten Erlöse aus dem Amazonsagebiet heraus transferiert,
es mangelt also an wichtigen Investitionen oder gar Entschädigungen.
Minenarbeiter und Goldgräber belasten nicht nur mit schwerem Gerät und giftigen Chemikalien die Flüsse und Böden nachhaltig,
sie bringen auch Krankheiten und große Mengen Alkohol in die Indianergebiete.
Zudem kommen häufig gewaltsame Übergriffe der Arbeiter auf die ansässige Urbevölkerung vor, die manchmal in regelrechten Massakern ausarten.
Der Regierung wird dabei Mitschuld vorgeworfen, da Mörder nur selten wirklich strafrechtlich verfolgt werden.
Außerdem vergibt sie Genehmigungen zur wirtschaftlichen Nutzung von Gebieten, (z.B. zur Ölförderung) die von Indios bewohnt sind.
Sprachen
Brasilien ist das einzige portugiesischsprachige Land Amerikas. Das brasilianische Portugiesisch hat einen eigenen Charakter.
Es unterscheidet sich in der Aussprache und durch eine leicht abgewandelte Orthografie und Grammatik von der europäischen Variante.
Das (brasilianische) Portugiesisch ist alleinige Amtssprache und für mindestens 97 % der Bevölkerung Muttersprache.
Die Indianersprachen werden nur noch von etwa 0,1 % der Bevölkerung gesprochen.
Am verbreitetsten sind Guaraní, Tupi und Gês, wobei die letzten beiden vorrangig im Amazonasgebiet verbreitet sind, wo der Einfluss der Europäer gering blieb.
In den Küstengegenden sind die Indianersprachen praktisch vollständig verdrängt worden.
Guaraní hatte zu Kolonialzeiten eine größere Bedeutung und ist nur knapp daran gescheitert Amtssprache des Landes zu werden.
Aufgrund der Einwanderung gibt es in Brasilien zahlreiche Minderheitensprachen.
Etwa 1,5 Millionen Brasilianer sprechen Deutsch als Muttersprache, 500.000 Italienisch, 380.000 Japanisch und 37.000 Koreanisch.
Dabei muss berücksichtigt werden, dass bei den Sprachminderheiten die Zahl der Sprecher sehr optimistisch berechnet ist.
Diese Volksgruppen gehörten teilweise zu den ersten Siedlern und ihre Nachfahren verstehen fast nur noch Portugiesisch.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein gab es (besonders im Süden) ganze Gemeinden, in denen ausschließlich Deutsch oder Italienisch gesprochen wurde.
Während des Zweiten Weltkriegs schloss man dann deutsche und italienische Schulen und diese Sprachen wurden verboten,
woraufhin das Portugiesische auch in diesen Ortschaften Einzug hielt. In den Ortschaften, die als Zentren für Einwanderer galten,
entstanden oftmals brasilianische Dialekte der Einwanderersprache. Beispiele sind Talian, brasilianisches Italienisch,
oder das Riograndenser Hunsrückisch.
Englisch ist als Fremdsprache noch nicht so etabliert wie in europäischen Ländern.
Obwohl sie normalerweise in den Schulen unterrichtet wird, fasst die Sprache nur langsam Fuß in Brasilien.
Auch in den Großstädten ist es nicht selbstverständlich, dass die Leute Englisch sprechen oder verstehen.
Für gewöhnlich verstehen die Brasilianer aber zumindest ansatzweise Spanisch, auch wenn sie die Sprache selbst nicht sprechen.
In den den Grenzgebieten zu anderen südamerikanischen Ländern bildete sich das sogenannte Portunhol heraus,
eine Mischsprache aus Portugiesisch und Spanisch, das die Verständigung erleichtert.
Religion
Ungefähr 75 % der Bevölkerung sind römisch-katholischer Konfession.
Damit ist die Landeskirche mit circa 135 Millionen Gläubigen die größte der Welt.
Die übrigen Brasilianer sind größtenteils protestantischen Glaubens (starke Zunahme evangelikaler Freikirchen) oder Anhänger von Kulten,
die aus afrikanischen Religionen entstanden sind (Candomblé, Umbanda und andere).
1960 betrug die Zahl der Katholiken noch 91,6 % an der Gesamtbevölkerung bis 1985 nahm sie auf 83,2 % ab und heute geht man von ca. 75 % aus.
Trotz der stetigen Abnahme ist Brasilien ein konservativ-katholisch geprägtes Land.
Vor allem in ländlichen Gegenden spielt die Religion noch eine große Rolle. Über 78 % der Katholiken praktizieren ihren Glauben.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Brasiliens
Brasilien war schon mindestens 10.000 Jahre vor der Entdeckung durch die Europäer besiedelt. Vor allem Höhlen im Amazonas-Gebiet waren bewohnt,
große Stätten wie die der Inkas oder Mayas sind aber nicht bekannt. Das Land wurde nach dem in Europa sehr beliebten Brasilholz,
einem roten Edelholz, das heute nur noch höchst selten ist, benannt.
Die Kolonialzeit
Pedro Álvares Cabral
Eine Karte Brasiliens aus dem 16. JahrhundertDer Portugiese Pedro Alvares Cabral war der erste Europäer, der Brasilien am 22.
April 1500 beim heutigen Ort Porto Seguro im Süden des Bundesstaates Bahia betrat.
Nach französischen Angaben stieß Jean Cousin schon 1488 auf die brasilianischen Küste,
tatsächlich war in Portugal die Existenz einer großen Landmasse westlich des Atlantik bereits seit 1325 bekannt.
1494 beschlossen die großen Seemächte Portugal und Spanien die Aufteilung Südamerikas. Auf Anliegen des damaligen Papstes Alexander VI.
wurde im Vertrag von Tordesilhas festgeschrieben, dass die gesamte Westküste spanische,
und die Küstenabschnitte des heutigen Brasiliens portugiesische Kolonie würden.
Bis 1580 brachten die Portugiesen das ganze Land unter Kontrolle.
1549 wurde das heutige Salvador da Bahia (São Salvador da Bahía de Todos os Santos) zur Hauptstadt ernannt.
Schon zu dieser Zeit wurden Indios aus dem Landesinnern an die Küste gebracht,
die die Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen im Nordosten verrichten mussten. Wegen harter Arbeit,
Verfolgung und Anfälligkeit der Indios für europäische Krankheiten starben viele von ihnen.
Die Kolonialherren versuchten daraufhin, die verloren gegangene Arbeitskraft mit Sklaven aus Afrika zu ersetzen.
1629 hatten sich die Niederländer in der Nähe des heutigen Recife niedergelassen und 1637 unter Führung von Johann Moritz von Nassau-Siegen diese Anbaugebiete,
die daraufhin nochmals kurz aufblühten, erobert. Bis 1654 stand der Nordosten, v.a. das Gebiet um Pernambuco, unter niederländischer Kontrolle.
In der Schlacht von Guararapes wurden die niederländischen Truppen 1654 wieder vertrieben.
Reiche Barockstädte entwickelten sich im 17. Jahrhundert, als Bandeirantes-Expeditionen das Hinterland erkundeten und neben anderen Bodenschätzen auch Gold und Diamanten entdeckten.
Im selben Jahrhundert bauten entflohene Sklaven einfache Siedlungen, sogenannte Quilombos, auf.
Als in den Quilombos Aufstände gegen die Unterdrückung der Schwarzen ausbrachen, zerstörte man bis 1699 alle Siedlungen wieder.
1763 wurde Rio de Janeiro zur Hauptstadt ernannt, weil sich das wirtschaftliche Zentrum des Landes auf den Süden verlagerte.
25 Jahre später führte Tiradentes einen Aufstand an, der aber scheiterte. 1792 wurde der heutige Nationalheld Brasiliens hingerichtet.
Gleichzeitig begann ein Konflikt mit Spanien, weil die Bandeirantes-Expeditionen die Westgrenze Brasiliens entgegen der Vereinbarungen verschoben.
König- und Kaiserreich
Kaiser Peter I. von Brasilien, König Peter IV. von Portugal1807 brachen die französischen Truppen von Napoleon Bonaparte nach Portugal ein,
woraufhin der portugiesische König João VI. von einer britischen Eskorte geschützt nach Brasilien (erst Bahia, später Rio de Janeiro)
flüchtete und dort erstmals in der Geschichte Auslandshandel erlaubte.
Mit der Übersiedlung des Königs und des gesamten Hofstaates bekam Brasilien den Status eines gleichberechtigten Mitglieds des Mutterlandes.
1815, auf dem Wiener Kongress wird Brasilien mit Portugal gleichgestellt. 1821 konnte João wieder nach Portugal zurückkehren.
Er überließ die Herrschaft über Brasilien seinem Sohn Pedro. Pedro I. erklärte am 7. September 1822 die Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal und machte sich am 22. September zum ersten brasilianischen Kaiser.
1828, nach drei Kriegsjahren gegen Argentinien, löst sich die Provinz Uruguay und erklärt ihre Unabhängigkeit.
Drei Jahre später kam es zu einem Militäraufstand wegen dessen König Pedro I. abtrat und die Herrschaft auf seinen fünfjährigen Sohn Pedro II. übertrug.
Regentenzeit
Ein Zusatzpunkt der 1822 geschaffenen Verfassung ermöglicht noch am Tag der Abdankung Pedro I. einige Reformen,
so wurde die Einsetzung eines einzigen Regenten beschlossen. 1835 spaltete sich erneut eine Provinz, nämlich Rio Grande,
ab. Zu der Zeit gab es eine Reihe von Aufständen, die vor allem vielen Armen das Leben kostete.
Rio Grande konnte nur zehn Jahre eigenständig bleiben.
Zweites Kaiserreich
Kaiser Peter II. von Brasilien1840, also noch vor der Volljährigkeit, wurde Pedro II. zum Kaiser gekrönt.
Ab 1865 besiegten Brasilien, Uruguay und Argentinien innerhalb von fünf Jahren Paraguay.
Zu der Zeit war Kautschuk das Rückgrat der Wirtschaft.
Brasilien besaß das Monopol auf Kautschuk und konnte deshalb durch dessen Export große Einnahmen erzielen.
Die Sklaverei wurde 1888 von Pedro II. offiziell abgeschafft.
Obwohl Sklaverei bereits seit 1853 geächtet wurde, führte das Verbot zu Aufständen von Großgrundbesitzern und der Armee.
Am 15. November 1889 ging der Kaiser wegen eines Militärputsches ins Pariser Exil.
Republik und die Zeit der Weltkriege
Die erste brasilianische Republik mit föderativer Verfassung (am 24. Februar 1891) wurde von Manuel Deodoro da Fonseca
als Vereinigte Staaten von Brasilien (República dos Estados Unidos do Brasil) ausgerufen.
Der Wohlstand war durch die große Kaffee-Nachfrage gesichert und die Wirtschaft konzentrierte sich auf diesen Zweig.
In den Ersten Weltkrieg trat Brasilien offiziell auf Seite der Alliierten gegen Deutschland ein, beteiligte sich aber nicht aktiv.
In den Kriegsjahren ging die Nachfrage nach Kaffee stark zurück.
In den 1920er Jahren forderten große Teile der Bevölkerung ein Ende der Oligarchie.
Als dann 1930 die Kaffee-Preise nochmals einbrachen, führte Getúlio Vargas, der "Vater der Armen", einen Aufstand an und wurde so Präsident.
In den ersten Monaten seiner Regierungszeit wuchs die Wirtschaft Brasiliens spürbar.
1937 wurde die Herrschaft Vargas als "wohlwollender Diktator" festgeschrieben,
1942 erklärte er auf Druck der USA den Krieg gegen die Achsenmächte. Er entsandte eine 25000 Mann starke Division nach Italien.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Vargas von der Armee abgesetzt.
Zurück zur Demokratie
Getúlio Vargas (links) mit Theodore Roosevelt, 1943. QuelleSchon fünf Jahre später wählte ihn das Volk erneut zum Präsidenten.
Weil sich die USA gegen die sozialistische Politik Brasiliens stellte und daraufhin Rechte und die Armee Vargas' Rücktritt forderten,
beging er 1954 Selbstmord. Vargas' Nachfolger Juscelino Kubitschek sorgte mit Hilfe der Partido Trabalhista Brasiliero (PTB) für neue,
ausländische Investoren, die die brasilianische Wirtschaft in den späten 1950er Jahren ankurbelten.
1960 wurde dann Jânio da Silva Quadros zum Präsidenten gewählt.
Nach seinem Amtsantritt 1961 versuchte er die Abhängigkeit zu den USA zu lösen und den desaströsen Staatshaushalt zu sanieren.
Nach nur wenigen Monaten im Amt trat er wieder zurück, sein Nachfolger wurde der bisherige Vize-Präsident João Goulart,
kurz nachdem die neue Hauptstadt Brasília nach drei Jahren Bauzeit eingeweiht wurde. Auch Goulart war in der Bevölkerung nicht unumstritten,
weshalb seine Befugnisse in den ersten drei Präsidentschaftswahlen nur eingeschränkt waren.
Militärdiktatur
Das neue Regime unterdrückte die linke Opposition und entzog etwa 300 Personen die politischen Rechte.
Ein 1965 verabschiedetes Gesetz schränkte die bürgerlichen Freiheiten ein, sprach der Nationalregierung weitere Machtbefugnisse zu und
bestimmte die Wahl des Präsidenten und Vizepräsidenten durch den Kongress.
Der ehemalige Kriegsminister Marshal Artur da Costa e Silva,
Kandidat der Regierungspartei ARENA (Aliança Renovadova National; deutsch: Allianz zur nationalen Erneuerung) wurde 1966 zum Präsidenten gewählt.
Die Brasilianische Demokratische Bewegung (MDB, Movimento Democrático Brasileiro), die einzige legale Oppositionspartei,
weigerte sich aus Protest einen Kandidaten für die Wahl aufzustellen,
weil die Regierung alle ernst zu nehmenden Gegenkandidaten nicht zugelassen hatte.
1966 gewann die ARENA auch die National- und Parlamentswahlen. Das Jahr 1968 stand im Zeichen von Studentenunruhen und Streiks.
Das Militärregime reagierte mit politischen Säuberungsaktionen und Zensur. Im August 1969 wurde Costa entmachtet.
Das Militär bestimmte General Emílio Garrastazú Médici zu seinem Nachfolger, der Kongress wählte ihn zum Präsidenten.
Unter Médici wurden die Repressionen verstärkt und in der Folge nahmen die revolutionären Aktivitäten zu.
Der römisch-katholische Klerus erhob seine kritische Stimme immer öfter und prangerte die Bedingungen der armen Bevölkerung an.
1974 wurde General Ernest Geisel, Präsident von Petrobras, der staatlichen Ölmonopolgesellschaft, zum brasilianischen Präsidenten gewählt.
Zunächst betrieb er eine die Kontrollen jedoch wieder verstärkt.
1980er und 90er Jahre
Fernando Henrique Cardoso: Präsident 1995-2002Der Wahlsieger Tancredo Neves verstarb 1985 noch vor seinem Amtsantritt.
Im selben Jahr wurde das Wahlrecht für Analphabeten eingeführt. 1987 fand man auf Yanomami-Land im Bundesstaat Roraima Gold,
was viele illegale Goldgräber hervorrief. Im Jahr 1988 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die zwar vorsah die Sozialausgaben zu erhöhen,
aber keine Landreform zum Schutz der Indios enthielt. Auch 1988 wird der Gewerkschafter und Umweltschützer Chico Mendes ermordet.
1989 wurde dann ein erster Umweltschutzplan beschlossen.
Die Inflation lag in diesen Jahren bei bis zu 1000 %. Am 26. April 1991 wurde Mercosur (portugiesisch Mercosul) gegründet.
Dieser Gemeinsame Markt des Südens, den die Staaten Argentinien, Paraguay und Uruguay gemeinsam mit Brasilien gründeteten,
ist ein Binnenmarkt mit mehr als 200 Millionen Einwohnern,
der die Wirtschaft der Mitgliedsländer und dadurch die Stellung Lateinamerikas in der Welt stärken soll.
1992 fand der UN-Umweltgipfel in Rio de Janeiro statt.
Außerdem trat Präsident Fernando Collor de Mello nach Korruptionsvorwürfen von seinem Amt zurück.
1993 konnte die Bevölkerung Brasiliens in einem Referendum über die Staatsform entscheiden. Die Wahl fiel dabei eindeutig auf die Republik.
1994 wurde eine umfassende Währungsreform beschlossen.
Durch die neue Währung ("Plano Real" eingeführt von Fernando Henrique Cardoso) endet die Hyperinflation vorerst.
Zur weiteren Sanierung des Haushalts beschließt das Parlament zwar die Privatisierung von Staatsmonopolen,
lehnt eine Verfassungsänderung allerdings ab. 1999 wird Fernando Henrique Cardoso erneut zum Präsidenten gewählt,
obwohl das Land in einer wirtschaftlichen Krise steckte, auch der Real wurde wieder abgewertet.
Das neue Jahrtausend
In den nächsten beiden Jahren konnte sich die Wirtschaft wieder erholen. Von 2002 bis 2006 stieg der Real gegenüber dem Euro,
welches dem Kapitalexport Brasiliens in diesem Zeitraum nicht schadete. Seit 2003 ist Luiz Inácio Lula da Silva Präsident Brasiliens.
Er hat vor allem mit Korruption zu kämpfen. 2004 führte Brasilien erstmals in seiner Geschichte UN-Friedenstruppen an,
das Militär entsandte 1.470 Soldaten nach Haiti.
Politik
Präsident Lula (rechts) mit Vizepräsident José Alencar (links)Brasilien wurde 1964 bis 1985 vom Militär regiert.
In dieser Zeit litten vor allem die Indios unter Menschenrechtsverletzungen, die Wirtschaft wurde nicht gut genug unterstützt und aufgebaut.
Zurück blieben Schulden (zwischenzeitlich hatte Brasilien höhere Auslandsschulden als alle anderen Staaten der Welt) und Staatsbetriebe,
die finanziell am Ende waren.
Die Verfassung aus dem Jahr 1988 gewährt der Bundesregierung weitgehende Befugnisse.
Der Präsident wird für eine Amtsperiode von vier Jahren direkt vom Volk gewählt.
Seit 1998 kann er einmal wiedergewählt werden. Er besitzt eine weit reichende exekutive Gewalt,
ist Staatsoberhaupt und Regierungschef und stellt das Kabinett zusammen.
Nach einer Übergangsbestimmung wurde 1993 ein Referendum über die Staats- (Monarchie oder Republik)
und Regierungsform (Präsidial- oder parlamentarisches System) abgehalten.
Die Bevölkerung entschied mit jeweils großer Mehrheit (87 % bzw. 69 %) für die Republik und ein Präsidialsystem.
Im vierten Versuch wurde Luiz Inácio Lula da Silva, genannt Lula, 2002 zum Präsidenten gewählt.
Politische Probleme Brasiliens sind schwache Parteien ohne ideologisch begründete Programme.
Diese bilden Koalitionen, die nie lange halten, somit müssen Gesetze meist durch Absprachen verabschiedet werden.
Viele kleine Parteien und Korruption (1992 wurde der damalige Präsident Fernando Collor de Mello aus diesem Grund des Amtes enthoben)
führen zu einer politisch sehr unstabilen Lage und zu einer nahezu zur Untätigkeit verdammten öffentlichen Verwaltung.
Auch der vor allem beim einfachen Volk beliebte Präsident Lula da Silva musste sich mit seiner Parteiführung unlängst Korruptionsvorwürfen stellen,
die nicht ausgeräumt wurden.
Brasilien empfängt jährlich etwa 376 Millionen US-Dollar Entwicklungshilfe, den Großteil stellen Japan und die EU-Länder zur Verfügung.
Das Kongressgebäude in BrasíliaDas brasilianische Parlament, der Nationalkongress oder Congresso Nacional, besteht aus zwei Kammern:
Der föderative Senat oder Senado Federal setzt sich aus 81 Abgeordneten zusammen,
von denen jeweils drei aus jedem der Bundesstaaten entsendet werden.
Die Senatsabgeordneten werden nach dem Mehrheitswahlrecht für Amtsperioden von acht Jahren bestimmt.
Neben dem Senat gibt es die Abgeordnetenkammer oder Câmara dos Deputados mit 513 Sitzen,
deren Mitglieder nach dem Verhältniswahlrecht für Amtsperioden von vier Jahren gewählt werden.
Nach den Wahlen von 2002 haben sechs Parteien den Einzug in die Abgeordnetenkammer geschafft,
stärkste Kraft ist die Partido dos Trabalhadores mit 18 %.
Im Senat sind neben vier großen Parteien ebenso eine Reihe kleiner Gruppen vertreten.
Die meisten Senatsabgeordneten (jeweils 23 %) gehören der Partido do Movimento Progressista und der Partido da Frente Liberal an.
Aktuelle Politik
Die Wahl 2002, die in einem klaren Sieg der sozialistischen Arbeiterpartei PT endete,
hatte einen hohen Stellenwert für die Entwicklung der noch jungen Demokratie, denn erstmals wurde ein größerer Machtwechsel vollzogen.
Im ersten Jahr der Regierung gelang eine wirtschaftliche Stabilisierung,
der wieder einsetzenden Inflation und anderen Problemen wurde konsequent entgegen gewirkt.
Auch eine Rentenreform wurde gegen Protest aus den eigenen Reihen beschlossen.
Der Kampf gegen die Armut wird derzeit mit verschiedenen Programmen angegangen.
Antiamerikanismus ist in weiten Bevölkerungsteilen stark ausgeprägt. Viele Brasilianer betrachten die US-Politik als "neoimperialistisch"
oder zumindest „hegemoniell“ und befürchten eine zu starke Einflussnahme der USA auf Lateinamerika.
Besonders kritisch werden daher auch die amerikanischen Versuche betrachtet, eine gesamtamerikanische Freihandelszone zu errichten.
Lula setzt sich seinerseits für ein starkes Lateinamerika ein und geht auf vorsichtige Distanz zur amerikanischen Politik.
In der bisherigen Außenpolitik wurde ein offener Streit mit den USA aber vermieden.
Gleichzeitig distanziert sich Lula auch vom stark linksgerichteten Kurs des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez.
Die schwerste Krise der Legislaturperiode durchlebte die Regierung Lulas im Sommer 2005. Der PTB, Koalitionspartei in der Regierung,
wurde Korruption vorgeworfen, was deren Vorsitzender Roberto Jefferson massiv bestritt und ähnliche Vorwürfe gegen zwei andere
Regierungsparteien richtete. Sie würden ein Monatsgeld erhalten und dann den Gesetzesvorschlägen kollektiv zustimmen.
Finanziert werde das angeblich durch Spenden großer Unternehmen, die dafür Staatsaufträge bekommen hätten.
Daraufhin nahmen die Polizei und Untersuchungsausschüsse des Kongresses Ermittlungen auf,
die immer mehr finanzielle Nebengeschäfte der Politiker aufdecken konnten. Dutzende Politiker legten ihr Mandat im Kongress nieder.
Auch wenn er nicht persönlich verwickelt war, litt das Ansehen des Präsidenten stark unter den Vorwürfen.
Reformen zum Wahl- und Parteifinanzierungssystem wurden in Angriff genommen, aber noch nicht beschlossen.
Parteien
Im Senat sind unter anderem folgende Parteien vertreten:
Partido do Movimento Progressista (PMDB): zentralistische Ausrichtung, Gründung: 1979
Partido da Frente Liberal (PFL): liberale Ausrichtung, Gründung: 1984
Partido dos Trabalhadores (PT): Arbeiterpartei, Gründung: 1980
Partido da Social Democracia Brasileiro (PSDB): sozialdemokratische Ausrichtung, Gründung: 1988
In der Abgeordnetenkammer sind diese sieben Parteien, neben einer Reihe kleiner Gruppen, vertreten: PT, PFL, PMDB, PSDB,
Partido Progressista Brasileiro (PPB), Partido Trabalhista Brasileiro (PTB) und Partido Liberal (PL).
Wichtige Parteien des letzten Jahrhunderts, die mittlerweile aufgelöst sind:
Partido Comunista Brasil (PCB): kommunistische Ausrichtung, Gründung: 1922, Auflösung: Ende der 1980er Jahre
União Democrático Nacional (UDN): gemäßigt konservative Ausrichtung, Gründung: 1945, Auflösung: 1965
Aliança Renovadora Nacional (ARENA): vom Militär kontrollierte Partei, Gründung: 1966, Auflösung: 1979
Movimento Democrático Brasileiro (MDB): gegen die Militärregierung gerichtet, Gründung: 1966, Auflösung: 1979
Militär
Stolz der brasilianischen Marine:
der Flugzeugträger NAe São PauloNach den Jahrzehnten der Militärdiktatur herrscht in Politik und Bevölkerung eine gewisse Vorsicht
gegenüber den Streitkräften. Daher ist die Truppenstärke eher gering, wenn man die Einwohnerzahl und die Größe Brasiliens betrachtet.
Darüberhinaus sieht sich das Land keiner wirklichen äußeren Bedrohung gegenüber.
Die lateinamerikanischen Staaten sind untereinander militärisch verbündet, was Sicherheit und Stabilität in der Region festigt.
Insbesondere steht Brasilien mit allen Nachbarstaaten in einem freundschaftlichen Verhältnis. Auch auf internationaler
Ebene unterhält das Land gute Beziehungen mit den meisten anderen Staaten der Welt.
Das macht ein starkes Militär zur Zeit nicht erforderlich.
Es besteht eine allgemeine Wehrpflicht für wehrfähige Männer über 18 Jahren.
Der Etat des Verteidigungsministeriums liegt bei über 9,5 Milliarden US-Dollar.
Mit etwa 190.000 Mann ist das Heer die bei weitem größte Teilstreitkraft Brasiliens.
Während die Infanterie gut ausgerüstet ist, mangelt es aber an Maschinerie.
Mit etwa 500 Kampfpanzern und 1500 gepanzerten Fahrzeugen wäre das Land im Ernstfall kaum in der Lage,
das weite und schwer zugängliche Hinterland zu sichern. In Friedenszeiten wird die Armee auch zum Katastrophenschutz und Rettungsdienst,
sowie für wissenschaftliche Dienste (auf der Antarktis-Forschungsstation Comandante Ferraz) eingesetzt. Innerstaatliche Bedrohungen,
wie Kriminalität oder Terrorismus sind in Brasilien ausschließlich Sache der Polizeikräfte;
das Heer wird für solche Aufgaben nicht herangezogen.
Die Luftwaffe beschäftigt 73.500 Personen (2005) und ist damit die größte in Lateinamerika.
Ihr kommt in Brasilien eine hohe Bedeutung zu, da sie sowohl für die riesigen Landflächen als auch für weite Seegebiete am Besten geeignet ist.
Daher ist die Luftwaffe sehr modern ausgestattet. Flugzeuge und Helikopter stammten zumeist aus den USA oder aus Europa;
neuere Anschaffungen kommen vermehrt vom brasilianischen Flugzeugbauer Embraer, um das Militär unabhängig von ausländischen Importen zu machen.
Auch die Marine ist modern und gut ausgerüstet. Durch das große Flusssystem, das sich bis weit ins Landesinnere erstreckt,
ist die Marine auch im Inland einsetzbar. Sie besitzt daher viele Patrouillenboote und leichte Kampfschiffe, die die Binnengewässer sichern.
In dieser Funktion unterstützt die Marine auch das brasilianische Heer und besitzt Amphibienfahrzeuge und sogar Kampfpanzer.
Für den Einsatz auf hoher See stehen mehrere Kampfschiffe zur Verfügung, sowie einige modifizierte U-Boote aus deutscher Fabrikation.
Brasilien unterhält außerdem einen Flugzeugträger samt Ausstattung. Es handelt sich dabei aber eher um ein Prestigeobjekt,
das die Vormachtstellung Brasiliens im lateinamerikanischen Raum unterstreichen soll.
Auch die Rüstungsindustrie ist gut entwickelt. Brasilien ist der fünftgrößte Waffenexporteur der Welt.
Während der Militärdiktatur bestand ein langjähriges, geheimes Kernwaffenprojekt.
Deutschland war Brasiliens wichtigster Partner auf dem Gebiet der (friedlich genutzten)
Kernenergie und unterstützte das Land unter anderem mit der Lieferung von Kernreaktoren und Anlagen zur Anreicherung von Uran.
Wieviel deutsches Know-How tatsächlich in das Kernwaffenprogramm floß,
und inwiefern die deutsche Regierung über das brasilianische Atomprojekt wußte, läßt sich allerdings nur schwer sagen.
Wahrscheinlich gab es auch eine Kooperation mit Argentinien, das ebenfalls ein geheimes Atomprogramm unterhielt.
In den 80er Jahren war das Kernwaffenprojekt bereits sehr weit entwickelt und man nimmt an, daß Brasilien kurz vor der Atombombe stand.
Aber mit dem Übergang in die Demokratie hat Brasilien schließlich auch das Vorhaben aufgegeben, Kernenergie für militärische Zwecke zu nutzen.
Die offizielle Aufgabe des Atomwaffenprogramms erfolgte 1998 mit der Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags.
Im Jahr 2004 übernahm das Land zum ersten Mal in seiner Geschichte eine größere Verantwortung und Rolle im Rahmen einer
UN-Friedensmission in Haiti. 1.470 Soldaten sind in dem Karibikstaat stationiert und im Juli 2004 hat Brasilien
die Führung der internationalen Truppen übernommen.
Bildungswesen und Wissenschaft
Die Alphabetisierungsrate des Landes liegt bei 87 %, das Schulabgangsalter bei 16 Jahren. Die Schule zu besuchen, ist in Brasilien Pflicht.
Die Schulausbildung im Vergleich zu anderen südamerikanischen Staaten kürzer. In die Bildung fließt ein ähnlich großer Teil des
Bruttosozialprodukts wie in Europa; in absoluten Zahlen ist das brasilianische Bildungsbudget etwa so groß wie das deutsche (2004).
In Brasilien teilt sich das Geld jedoch auf eine mehr als doppelt so große Bevölkerung auf und es wird weniger gut eingesetzt.
Die schulische Grundausbildung ist deswegen eher schlecht.
In 150 Universitäten werden fast 2,8 Millionen Studenten unterrichtet. Etwas mehr als die Hälfte der Hochschulen sind staatlich.
Sie sind für alle Menschen mit qualifizierendem Schulabschluss nach einer Aufnahmeprüfung frei zugänglich und gebührenfrei.
Die privaten Hochschulen finanzieren sich über Studiengebühren, genießen dafür aber einen guten Ruf.
Zweimal jährlich werden einheitliche und offizielle Aufnahmeprüfungen,
sogenannte vestibulares, durchgeführt.
Die wissenschaftliche Forschung Brasiliens ist in Europa wenig bekannt.
In Brasilien werden vorwiegend in einzelnen Fachbereichen wie beim Eisenerzabbau,
im Gesundheitswesen oder beim größten Wasserkraftwerk Itaipú (Vorbild des Dreischluchtendamms) wissenschaftlich geforscht.
Auch der Motorenbau verdient Beachtung: Das erste Auto mit Alkoholmotor lief 1979 in Brasilien vom Band und der Ingenieur Vincente Camargo
entwickelte im Jahr 2005 den ersten Alkoholmotor (Methanol) für Flugzeuge, welches von der Flugzeugbaufirma (Neiva-Embraer)
als erstes erprobt wurde. Die Forschung in der Luftfahrt findet traditionelle besondere Beachtung in Brasilien.
Alberto Santos-Dumont - nach dem der nationale Flughafen in Rio de Janeiro benannt ist - führte die weltberühmten Luftschifflüge um den
Eiffelturm durch. Er zeigte seine ersten Luftschiffe 1898 in Paris, benutzte dabei die ersten Sicherheitsgurte,
erwähnte 1902 als Erster die Funktion eines Flughafens, eröffnete 1905 das erste Luftfahrtmuseum in Paris,
absolvierte 1906 die ersten beglaubigten und öffentlichen Motorflüge in Bagatelle, demonstrierte bei einem Flug 1907
die erste Fliegeruhr und entwickelte das erste Motorflugzeug nach dem Modell Plano esporte 1909.
Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton bezeichnete ihn als "Vater der Luftfahrt".
Da dem staatlichen Gesundheitswesen nur wenig Geld zur Verfügung steht, sind viele Krankenhäuser stark renovierungsbedürftig und veraltet.
Obwohl nur 15 % der Ausgaben für Gesundheit in die Prävention fließen, konnte die Säuglingssterblichkeit seit 1970 um zwei Drittel gesenkt werden.
Ein Arzt betreut im Durchschnitt 633 Patienten, 87 % der Bevölkerung erhalten sauberes Trinkwasser.
Die häufigsten Todesursachen sind Herzerkrankungen, Krebs, aber auch Unfälle und Gewalt.
Anfang des Jahrzehnts verklagten Pharmakonzerne aus der ganzen Welt den Staat wegen Patentrechts-Verletzungen.
Zu Grunde lag die Forderung der brasilianischen Regierung, die teuren ausländischen Medikamente zu verbilligen und somit auch den erkrankten
Brasilianern zugänglich zu machen, die sich die entsprechenden Medikamente nicht leisten können.
Da die Konzerne dieser Forderung nicht nachkamen, stellte Brasilien für über 100.000 der mittlerweile etwa 660.000 HIV-Infizierten kostenlose AIDS-Medikamente zur Verfügung.
2001 wurde die Klage jedoch fallengelassen. 2005 kam es zu einem ähnlichen Streit zwischen Brasilien und der US-Pharmaindustrie.
Innere Sicherheit
Armenviertel in Rio de JaneiroDie Kriminalitätsrate Brasiliens ist im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt relativ hoch.
Jährlich sterben in Brasilien an die 50 000 Menschen durch Mord oder Totschlag. Die Polizei hat vor allem in den Städten mit Morden,
Entführungen, Raubüberfällen und Drogenkriminalität zu kämpfen. Das Polizistengehalt ist niedrig,
weswegen die brasilianische Polizei als besonders anfällig für Korruption gilt. Es ereignen sich zudem zahlreiche Fälle,
in denen Polizeiangehörigen Machtmißbrauch bis hin zu Erpressung und Mord vorgeworfen wird.
Auch innerhalb der Justiz ist Korruption weit verbreitet.
Gefängnisaufstände in den völlig überfüllten Haftanstalten sind fast an der Tagesordnung.
Das Leben der Kleinbauern und Indios auf dem Land ist durch Konflikte mit Großgrundbesitzern gefährdet.
In den letzten Jahren wurden vermehrt auch Fußballer und ihre Familienmitglieder entführt.
Berühmte Beispiele sind Robinhos Mutter Marina de Souza und der Vater des Weltfußballers 1994 Romario.
Um die hohe Zahl an Gewaltopfern zu verringern wurde im Januar 2004 ein Gesetz vorgeschlagen, das den privaten Waffenbesitz verbieten sollte.
Dieser Gesetzesvorschlag ist 2005 per Volksreferendum abgelehnt und deshalb ausgesetzt worden.
Administrative Gliederung
Brasilien ist in 26 Bundesstaaten und einen Bundesdistrikt (Distrito Federal) gegliedert. Diese sind administrativ in fünf Regionen aufgeteilt:
Norden (Região Norte)
Acre, Amapá, Amazonas, Pará, Rondônia, Roraima, Tocantins
Der Norden macht 45,27% der Fläche Brasiliens aus. Gleichzeitig ist es die Region mit den wenigsten Einwohnern.
Der Nordwesten ist industriell vergleichsweise wenig entwickelt und nicht sehr gut erschlossen.
Dafür beherbergt er mit dem Amazonasbecken das größte Ökosystem der Erde.
Nordosten (Região Nordeste):
Alagoas, Bahia, Ceará, Maranhão, Paraíba, Pernambuco, Piauí, Rio Grande do Norte, Sergipe
Knapp ein Drittel der Brasilianer leben im Nordosten. Die Region ist kulturell sehr vielseitig.
Sie ist geprägt von der portugiesischen Kolonialherrschaft, von der afrikanischen Kultur der ehemaligen Sklaven und nicht zuletzt von indianischen Einflüssen.
Mittelwesten (Região Centro-Oeste):
Goiás, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Distrito Federal Brasília
Die Region verdankt ihre Bedeutung vor allem ihrem Reichtum an Rohstoffen. Dennoch ist der Mittelwesten nicht besonders gut erschlossen.
Es werden aber intensive Bemühungen unternommen, die Region zu stärken, u.a durch die Verlegung der Hauptstadt nach Brasília.
Südosten (Região Sudeste)
Espírito Santo, Minas Gerais, Rio de Janeiro, São Paulo
Im Südosten leben mehr Menschen als in jedem anderen südamerikanischen Land. Mit den Ballungsräumen São Paulo und Rio de Janeiro
ist diese Region der wirtschaftliche Motor des Landes.
Süden (Região Sul):
Paraná, Santa Catarina, Rio Grande do Sul
Der Süden ist die kleinste Region Brasiliens. Die klimatischen Verhältnisse entsprechen etwa denen Mitteleuropas.
Die Region zeigt deutliche kulturelle Einflüsse von deutschen und italienischen Einwanderern, die sich bevorzugt in diesem Gebiet niederließen.
Bundesdistrikt
Während des brasilianischen Kaiserreichs war Rio de Janeiro Hauptstadt Brasiliens und hatte den Status Município Neutro (Neutrale Stadt),
was in etwa einem Hauptstadtdistrikt gleichzusetzen ist. Mit der Schaffung des Bundesstaats und der einhergehenden Umwandlung der
Provinzen in Bundesstaaten wurde 1889 aus dem Município Neutro ein Distrito Federal (Bundesdistrikt).
1960 wurde die Hauptstadt nach Brasília verlegt, ebenso der Distrito Federal. Der Sonderdistrikt um Rio de Janeiro
war zeitweilig in den Bundesstaat Guanabara umgewandelt, bis Guanabara 1975 in den Bundesstaat Rio de Janeiro eingegliedert wurde.
Der Distrito Federal hat eine besondere Bedeutung. Er ist in der Verfassung festgeschrieben und ist direkt der brasilianischen Regierung
unterstellt.
Straßenverkehr
Das Fernstraßennetz Brasiliens ist mit etwa 2 Millionen km das zweitlängste der Welt, annähernd 200.000 km sind gepflastert.
Der brasilianische Name für Fernstraße ist Rodovia.
Annahmen zu Folge nehmen jährlich mehr als 1,2 Milliarden Reisende den Weg über die Fernstraßen, nur 80 Millionen fliegen.
Es herrscht Rechtsverkehr. Der Name der Fernstraßen führt zurück auf den Bundesstaat, wo sie liegen, und die Richtung, in die sie verlaufen.
Ein Sonderfall sind Fernstraßen, die nach Brasília führen:
Fernstraßen mit den Nummern 000-099 führen nach Brasília
Fernstraßen mit den Nummern 100-199 verlaufen von Norden nach Süden
Fernstraßen mit den Nummern 200-299 verlaufen von Westen nach Osten
Fernstraßen mit den Nummern 300-399 verlaufen diagonal (von Nordwest nach Südost oder von Nordost nach Südwest)
Fernstraßen mit den Nummern 400-499 sind unwichtigere Verbindungen. Sie verbinden meist nur eine Stadt mit einer größeren Fernstraße in der Nähe.
So liegt zum Beispiel die Autobahn SP-280 im Bundesstaat São Paulo und verläuft von West nach Ost.
Neben ihrem offiziellen Namen sind einige Straßenverbindungen auch noch nach berühmten Persönlichkeiten benannt.
Fernverkehr
Die Bahnverbindungen wurden ausgedünnt, aber es besteht noch ein Schienennetz von fast 30.000 km Länge.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Eisenbahn für den wirtschaftlichen Aufschwung besonders wichtig.
Mit dem rasanten Ausbau des Straßennetzes verlor sie diese herausragende Stellung.
Mittlerweile hat die in Brasilien nur noch geringe bis gar keine Bedeutung mehr. Güterverkehr wird mit LKWs oder Schiffen abgewickelt;
für den öffentlichen Personenfernverkehr werden normalerweise Busse verwendet. Auf Strecken durch die malerische Berglandschaft verkehren noch
nostalgische Lokomotiven, die als touristische Attraktionen dienen.
Die Busverbindungen sind im Gegensatz zu den Bahnverbindungen sehr gut ausgebaut.
Busse verkehren zwischen allen größeren Städten in regelmäßigen Intervallen und auch zwischen kleineren Städten einigermaßen zuverlässig.
Es gibt verschiedene Preisklassen vom einfachen Reisebus bis hin zum vollklimatisierten Bus mit Fernsehern und Reisebegleitern.
Wegen der sehr großen Entfernungen werden auch Flugreisen innerhalb Brasiliens immer wichtiger.
Allerdings sind die Kosten für die meisten Brasilianer zu hoch, so dass sie auch lange Reisen mit dem Bus unternehmen.
Es etablieren sich aber immer mehr Fluggesellschaften, die nach Vorbild europäischer Billigfluglinien erschwingliche
Flüge innerhalb des Landes anbieten. Der größte Flughafen des Landes ist Aeroporto de Cumbica in Guarulhos bei
São Paulo mit jährlich fast 13 Millionen Passagieren.
Schiffsverkehr
Die Binnenschifffahrtswege haben insgesamt eine Länge von rund 50.000 km. Die Handels- und Frachtflotte besteht aus etwa 475 Schiffe.
Die größten brasilianischen Häfen liegen in Belém, Fortaleza, Ilheus, Imbituba, Manaus, Paranagua, Porto Alegre, Recife, Rio de Janeiro,
Rio Grande, Salvador, Santos und Vitória.
Telekommunikation
In Brasilien gab es 2005 39 Millionen Telefone, was einen Anstieg um 20 Millionen Anlagen im Vergleich zu 1997 bedeutet.
Außerdem sind etwa 80 Millionen Mobiltelefone im Umlauf. Auch hier ist der Anstieg zu 1997 (4 Millionen Mobiltelefone) deutlich.
Das Telefonsystem funktioniert gut. Ortsgespräche sind teilweise kostenlos. Es existieren drei Koaxial-Tiefsee-Kabel,
national ist das Funk-Relais-System gut ausgebaut, auch das Satellitensystem funktioniert gut.
Energie
Pipelines mit reinem Erdöl haben in Brasilien eine Länge von knapp 3.000 km,
Erdöl-Produkte werden in einem Pipeline-Netz mit einer Länge von knapp 5.000 km
transportiert und die Erdgasleitungen haben insgesamt eine Länge von etwa 4.250 km..
Weltbank
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Brasiliens ist das größte aller Länder in Amerika, ausgenommen der USA.
Damit liegt Brasilien selbst vor dem Industriestaat Kanada. Diese Zahlen sind vor allem der großen Bevölkerung zu verdanken.
Rechnet man aber das BIP auf die Einwohnerzahl um, erhält man einen geringeren Rang.
Etwa 40% des BIP wird von der Industrie erwirtschaftet, knapp die Hälfte vom Dienstleistungssektor.
Die Landwirtschaft trägt nur noch zu etwa einem Zehntel bei. Die wichtigsten Exportartikel sind Maschinen (darunter Autos und Flugzeuge),
Stahl, Aluminium und Zinn, sowie Kaffee, Zucker und Fleisch.
Brasilien wird im allgemeinen ein großes ökonomisches Potential zugeschrieben.
Das liegt unter anderem an der fortgeschrittenen Industrialisierung, politischer Stabilität und an der großen Menge an Rohstoffen,
insbesondere gewaltiger Vorkommen an Eisen.
Ebenso stärkt die südamerikanische Zollunion Mercosul den Markt in Lateinamerika und eröffnet auch der brasilianischen Wirtschaft weitreichende Möglichkeiten.
Neben den lateinamerikanischen Staaten sind die USA und die Europäische Union die wichtigsten Handelspartner.
Im Außenhandel gewinnt aber auch die Volksrepublik China zunehmend an Bedeutung.
Wirtschaftliche Entwicklung
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts lebte die Bevölkerung vor allem vom Export von Agrarprodukten.
Dann gab es aufgrund der beginnenden Industrialisierung des Landes einen zunehmenden Mangel an Arbeitskräften,
der nach der Abschaffung der Sklaverei im Jahre 1888 noch weiter verschärft worden war. Dies lockte eine große Zahl von Einwanderern an,
die größten Gruppen unter ihnen waren neben Portugiesen und Spaniern, Deutsche, Italiener, Polen und Japaner.
Während des ersten Weltkriegs geriet das Land, weil die wichtigsten Export-Artikel (Kaffee, Zucker, etc.)
von einem enormen Preisverfall betroffen waren, in eine wirtschaftliche Krise. Hilfe kam mit Kapital und Immigranten aus Großbritannien.
Mit Ausnahme des ersten Weltkriegs konnte die Wirtschaft und auch das Verkehrsnetz in den ersten 30 Jahren des 20. Jahrhundert stetig wachsen.
1917 kam es zu ersten großen Streikwellen in São Paulo und Rio de Janeiro, auf die die Regierung mit Unterdrückung reagierte.
In den 1920er Jahren bildeten sich Arbeiterparteien und Gewerkschaften, doch dies führte nicht zu einer stärkeren Stellung im Staat,
da sie keine Vertretung in oberen Schichten hatten. Auch die Leutnantbewegung Tenentismo ab 1922 konnte daran nichts ändern,
da Versuche einer Revolution scheiterten.
Ein aktuelles Problem der brasilianischen Wirtschaft ist die steigende Urbanisierung und Zuwanderung der Landbevölkerung in die Städte.
Allein in Brasilia steigt sie pro Jahr um 3 %, was in den Armenvierteln katastrophale Auswirkungen hat.
Mit großen, gut entwickelten Landwirtschafts, Bergbau, Produktions,
und Dienstleistungssektoren auf der einen Seite und einem großen Vorrat an Arbeitskräften auf der anderen ist die brasilianische Wirtschaft
heute die kräftigste Südamerikas und gewinnt auf dem Weltmarkt an Bedeutung. Die wichtigsten Exportprodukte sind Kaffee, Kakao,
tropische Früchte, Sojabohnen und Eisenerz. 40 % der brasilianischen Agrarausfuhren gehen in die EU, 17 % in die USA.
Auf den meist von "Zuckerbaronen" beherrschten Zuckerrohrplantagen herrschen äußerst schlechte Bedingungen.
Menschen arbeiten teilweise in sklavenähnlichen Verhältnissen in riesigen Monokulturen.
MST-Mitglieder marschieren nach Brasilia (Photo:Valter Campanato/ABr. 2. Mai 2005)Zu den größten Herausforderungen für die brasilianische Wirtschaft zählen nach wie vor die Inflation und die Kluft zwischen einer wohlhabenden,
gut ausgebildeten Bevölkerungsminderheit und der schlecht ausgebildeten Mehrheit, die größtenteils am Rande des Existenzminimums lebt.
Es gibt eine große Bewegung von Landlosen, die Movimento dos sem terra (MST), die für eine Landreform kämpfen.
Wichtige brasilianische Unternehmen sind: Petrobras (Erdöl),
Companhia Vale do Rio Doce (Bergbau), Gerdau (Metallverarbeitung), AmBev (Getränke), Embraer (Flugzeugbau),
Norberto Odebrecht (Baugewerbe), Sadia (Lebensmittel),
aber auch grosse ausländische Unternehmen wählten Brasilien zum Schwerpunkt ihrer südamerikanischen Aktivitäten,
so der Volkswagen-Konzern, Autolatina (brasilianische Tochter des Fiat-Konzerns, Nestlé oder Parmalat.
Bodenschätze
Folgende Rohstoffe werden in Brasilien abgebaut:
Eisen, Mangan, Kohle, Bauxit, Nickel, Erdöl, Zinn, Silber, Diamanten, Gold, Erdgas, Uran. Täglich werden 1,5 Millionen Barrel Erdöl gefördert,
Uran ist im Landesinnern vorhanden, der Bauxit-Tagebau verschmutzt die Flüsse und gefährdet so die Umwelt.
Brasilien ist der weltgrößte Lieferant für Eisen.
Die Vorkommen sollen den Eisenbedarf der Erde für die nächsten 500 Jahre decken.
Darüberhinaus stammen etwa 60% aller verarbeiteten Edelsteine (ausgenommen Diamanten) aus Brasilien.
Tourismus
Luftbild der Wasserfälle des Iguaçu (links ist Argentinien, rechts Brasilien)Der Tourismus ist in Brasilien noch nicht sehr bedeutend und macht nur etwa 0,5 % des Bruttosozialprodukts aus,
der weltweite Durchschnitt liegt bei 10 %. Die jährliche Besucherzahl liegt bei etwa 4,8 Millionen. Beliebt sind vor allem die Strände und der Karneval von Rio de Janeiro,
die Hauptstadt Brasília, das Amazonasbecken, der Nordosten mit seinen Stränden und Kultur und die Wasserfälle von Iguaçu.
Die relativ geringe Anzahl an Touristen (auf einen Besucher kommen in Brasilien 37 Einheimische, in Deutschland nur etwa 4,6) ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen.
Die Infrastruktur muss ausgebaut werden. Die In- und Auslandflüge sind teuer, da es im ganzen Land noch wenige Charterflüge gibt. Der Nordosten, sehr beliebt bei den Inlandtouristen,
wird langsam von den Europäern entdeckt. Nicht nur die Natur und die reiche Kultur sondern auch die Entfernung spielt da eine Rolle.
Fortaleza, zum Beispiel, liegt ca. 7 Flugstunden von Lissabon und ca. 8 Flugstunden von Madrid entfernt.
Es gibt mittlerweile direkte Flüge (Sowohl Charter- als auch Linienflüge) aus verschiedenen europäischen Städten nach Fortaleza, Natal, Recife und Salvador.
Ab Kap Verde mit der TACV fliegt man weniger als 4 Stunden nach Fortaleza.
Es gibt auch Direktflüge aus Cayenne (franz. Guayana) und Helsinki, zum Beispiel.
Umwelt
Der tropische Regenwald im Amazonasgebiet ist der größte unberührte Wald der Welt.
Doch neue Straßen, zum Beispiel die Transamazonica und die Perimetral Norte, zerstören diese Unberührtheit.
Experten warnen schon jetzt, dass bis 2020 alleine wegen Straßen- und Dammprojekten nur noch 28 % des Waldgebiets unberührt seien.
Teilweise entstanden die Schäden auch im Zusammenhang mit den Goldgräbern Brasiliens, den so genannten garimpeiros.
Zum Auswaschen des Goldes verwendeten sie Quecksilber in verhältnismäßig hohen Mengen.
Diese gelangten schließlich in die Böden bzw. das Grundwasser und führten zu einer Verseuchung des Amazonasgebiets.
Durch Straßen erschlossene Gebiete des Regenwaldes werden oft abgeholzt und gerodet, um Platz für Landwirtschaft zu schaffen.
Die größte Gefahr ist die profitbringende Holzgewinnung. In Brasilien gibt es rund 2.500 Unternehmen, die mit tropischem Hartholz handeln.
Die meisten von ihnen sind aber ausländische Großunternehmen. Zwar ist Mahagoni mittlerweile gesetzlich geschützt, illegal geht der Handel aber weiter.
Selbst Behörden schätzen, dass 80 % des gewonnenen Holzes Mahagoni ist.
Da Regenwaldboden nährstoffarm ist, ist er auf die Wiederverwertung der Mineralstoffe im Laub angewiesen.
Bei solch feuchtem Klima zerstetzen Mikroorganismen das Laub in Recht kurzer Zeit.
Wenn aber kein Wald und damit auch kein Laub mehr auf dem Boden liegen, trocknet er aus und es kommt zu Erosion.
Sind die gerodeten Flächen nun größer, kann sich der Wald dort nicht regenerieren. Bäume binden Kohlendioxid, das den Treibhauseffekt auslöst.
So sind an den Treibhausabgasausstößen des Landes Brandrodungen mit 75 % beteiligt, während die Verbrennung fossiler Brennstoffe nicht einmal ein Viertel ausmachen.
Im Amazonasgebiet leben viele Tier- und Pflanzenarten. Der Wert ihres Genbestandes für Medizin und Landwirtschaft lag 2001 bei etwa 2 Billionen US-$.
Diese Arten können ohne Regenwald nicht überleben. Aber alleine von August 2003 bis August 2004 wurden in Brasilien 26.130 km² Regenwald vernichtet.
Das entspricht fast der Fläche Brandenburgs. Die Behörden zum Schutz des Regenwaldes haben unter Geld- und Personalmangel, sowie Korruption zu kämpfen.
Dennoch konnte 2002 das weltweit größte Schutzgebiet eines tropischen Regenwalds im Norden Brasiliens gegründet werden.
Ein weiteres Umweltproblem ist der Bauxit-Tagebau, der die Flüsse verschmutzt und die Indios gefährdet.
2000 erlitt zum Beispiel der Fluss Iguacu eine Ölpest.
Ein Jahr später sank vor der brasilianischen Küste die größte Ölplattform der Welt und bedrohte das dortige Ökosystem.
In den Städten hat man mit Luftverschmutzung und Abwässer zu kämpfen.
Die Luftverordnung von Brasilien besagt, dass keine Autos in Brasilien mit reinem Benzin fahren dürfen.
In dem Benzin muss ein Anteil von mindestens 25% Methanol vorhanden sein. In Brasilien ist es möglich mit Autos zu fahren, die einen Methanol,
Benzin- oder einen Flex-Fuel-Motor besitzen. Das dreimilllionste Auto mit Flex-Fuel-Motor wurde im Dezember 2005 verkauft.
Ebenso fliegen die ersten Flugzeuge in Brasilien mit Methanol. Die Luftverschmutzung wurde dadurch erheblich reduziert und das Methanol ist viermal billiger.
Brasilien ist der 4. größte Autokonsument und der 2. größte Flugzeugkonsument mit 12.000 Flugzeugen der Welt.
Die ersten 30 Flugzeuge mit Alcoolmotor wurden in der Nähe von Saó Paulo gebaut.
Brasilien hat sich an diesen Umweltabkommen beteiligt: Ramsar-Konvention (1971),
Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (1973), Konvention über die biologische Vielfalt (1992), Basler Konvention (1989),
Rahmenübereinkommen über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen (1992), Kyoto-Protokoll (1991).
Medien
Im Jahre 2002 wurde die Verfassung in der Hinsicht verändert,
dass die Anteile ausländischer Unternehmen an den nationalen Medien nicht größer als 30 % sein dürfen.
Die brasilianischen Medien sind im allgemeinen für eine ausgezeichnete Berichterstattung bekannt.
Die Medien decken das nationale und internationale Tagesgeschehen umfassend und vor allem von einem neutralen Standpunkt aus ab.
Auch die großen Konzerne bemühen sich in der Regel an eine möglichst neutrale Präsentation der Nachrichten.
Allerdings wird zu Zeiten des Wahlkampfs von diesem Prinzip Abstand genommen und einzelne Parteien oder Kandidaten favorisiert.
In Brasilien gibt es etwa 380 Tageszeitungen. Die bekanntesten von ihnen sind Folha de São Paulo, O Día und O Globo.
Letztere gehört zur Globo-Gruppe, die die brasilianische Medienlandschaft beherrscht. Ihre jetzige Stellung wird aber von internationalen Konzernen und dem Internet bedroht.
Es gibt einen staatlichen Radiosender neben über 2.900 privaten Stationen. In ganz Brasilien gab es 1997 etwa 70 Millionen Radiogeräte.
Darüber hinaus gibt es 19 staatliche und etwa 250 private Fernsehsender.
Die Reichweite des Mediums Fernsehen ist in Brasilien relativ groß: 90,3 % der Haushalte hatten 2003 einen Fernseher.
Im Jahre 1999 gab es 200 Internetdienstanbieter. Fünf Jahre später (2004) galten gut 19,3 Millionen Brasilianer als Internet-User.
Eine Zensur des Online-Angebots gibt es nicht.
Kunst
In Brasilien hat sich die Kunst aus der Religion entwickelt. Die dominierende Kunst war früher die Sakralkunst.
Unter anderem wurden zahlreiche Kirchen der verschiedensten Religionen künstlerisch gestaltet. Die Zusammenarbeit zwischen Holzschnitzern,
Steinmetzen und Malern verlief so, dass auch die Farbwahl gegenseitig abgestimmt war und die Kirchen heute zu den schönsten Amerikas zählen.
Üppig ausgestattet waren die Kirchen schon im 17. Jahrhundert, doch erst im 18. Jahrhundert entstanden die größten und wertvollsten Kunstwerke.
Im 20. Jahrhundert gewann der Impressionismus, der in Europa schon in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts auftrat, immer mehr an Bedeutung.
Bedeutende Künstler dieser Zeit waren Manuel Santiago und José Pancetti, noch angesehener war aber Candido Portinaris, dessen italienische Vorfahren noch auf Kaffeeplantagen arbeiteten.
Er selbst gilt als größter Künstler Brasiliens im 20. Jahrhundert. Da er mit hochgiftigen Farben malte, erkrankte er an Krebs und verstarb früh.
Seine berühmten Kunstwerke hängen in Gebäuden wie der UN-Zentrale in New York. Kritiker finden vor allem, dass in seinen Kunstwerken Brasiliens Originalität am besten hervorgehoben wird.
In den 1940er und 50er Jahren entwickelte sich der Soziale Realismus. Portinaris Kunstwerke mit sozialen Themen werden diesem Stil zugeordnet.
Aus der abstrakten Kunst der 1960er bis 80er Jahre stechen vor allem die Brüder Thomaz und Arcangelo Ianelli hervor.
Eine bedeutende Gruppe brasilianischer Künstler ist unter dem Namen Gruppe der 19 bekannt.
Ihr gehören zum Beispiel die Surrealisten Mario Gruber und Otavio Araujo an. Marcelo Grassman, ebenfalls einer der 19, erstellte mittelalterliche Stiche.
Das vierte Mitglied ist Lena Milliet, die Surralistin zählt zu den ersten brasilianischen Frauen, die in der Kunst Anerkennung fanden.
Daneben ist Carlos Araujo, der mit riesigen Ölbildern berühmt wurde, zu nennen.
Mit dem selben Stil, Surrealismus, arbeitet Nora Beltran, die die politischen und sozialen Zustände in Brasilien karikiert darstellt.
Gustavo Rosa malt zwar nicht surrealistisch, dennoch ironisch.
Heutzutage ist die Biennale das größte Kunstereignis in Brasilien.
Diese in São Paulo stattfindene Veranstaltung zeigt Gemälde international renommierter Künstler, dabei wird die brasilianische Kunst oft vernachlässigt.
Neben São Paulo ist Rio de Janeiro ein Kunstzentrum, doch auch kleinere, weniger bekannte Orte haben bei Experten ein hohes Ansehen.
Hier ist zum Beispiel der zentralbrasilianische Ort Goiás, Heimat von Francis Bacon, zu nennen.
Recife ist für João Camara und Gilvan Samico bekannt.
Brasiliens berühmtester und in den Augen vieler bester Holzschnitzer ist Maurino Araujo, weshalb auch seine Heimatstadt Minas Gerais unter Kunstliebhabern bekannt ist.
Oscar Niemeyers Architektur in Brasília inspirierte viele Künstler aus aller Welt.
Die Kunst der Indianer ist sehr vergänglich.
Für aufwändige Körperbemalungen benötigt man oft mehrere Tage, doch die Farben halten oftmals nicht viel länger.
Auch der bunte Federschmuck als Kopfbedeckung ist nur selten in Museen zu sehen.
Brasilianische Musik
Heitor Villa-Lobos
Gilberto GilÜber die indigene Musik der vorkolonialen Zeit ist kaum etwas bekannt, die erste Beschreibung datiert aus dem Jahre 1568.
Ein französischer Pastor beschrieb damals in einem Buch über seine Reise in das Land die Tänze und Gesänge der Ureinwohner.
Die Musik veränderte sich unter dem Einfluss der europäischen Siedler und afrikanischen Sklaven.
Gleichwohl übte die Musik der Eingeborenen ihrerseits einen starken Einfluss auf die der Siedler aus.
1922 kam es durch die Semana de Arte Moderna (Woche der modernen Künste) zu einer musikalischen Revolution.
Mit Heitor Villa-Lobos an der Spitze entstand eine Gruppe neuer Komponisten, die Elemente der brasilianischen Folklore in ihre moderneren Lieder einbauten.
In den 1950er Jahren kam der Bossa Nova auf. Diese Musikrichtung gilt als die "brasilianische Variante des Jazz": sie lehnt sich an nordamerikanischen Jazz an,
bleibt aber geprägt von südamerikanischen und afrikanischen Rhythmen.
Als bekanntester Vertreter und Mitbegründer des Bossa Nova gilt Antônio Carlos Jobim. Er verhalf dem Stil in den 1960ern zu großem internationalem Erfolg.
Sein Wirken erreichte für Brasilien eine derart große Bedeutung, dass man u.a den internationalen Flughafen von Rio de Janeiro nach ihm benannte.
Einer der größten Hits des Bossa Nova in den 60er Jahren schrieb und sang Sergio Mendez mit Mas que nada. Dieser Titel wurde später unzählige Male gekopiert.
Heute wird der Bossa Nova vorwiegend von den älteren Brasilianern gehört.
Der Tropicalismo (auch Tropicália) entstand Ende der 1960er Jahre zur Zeit der Militärdiktatur. Musikalisch handelt es sich um eine Mischung aus Bossa Nova,
Folk und Rock, das wesentliche Element ist aber ein gemeinsames politisches Bewusstsein der Künstler.
Ihre Abneigung gegen die Diktatur und die Einschränkung ihrer Rechte fand im Tropicalismo ihren Ausdruck.
Die Texte sind daher im allgemeinen regimekritisch und nicht wenige Musiker mussten ins Exil gehen. Wichtige Vertreter sind Gilberto Gil und Chico Buarque,
die es mit geschickter Chiffrierung ihrer Liedtexte sogar geschafft haben, die Zensur zu umgehen und ihre Lieder in Brasilien zu veröffentlichen.
Entgegen ihrem Namen hat die Música Popular Brasileira, oft mit MPB abgekürzt, nur wenig mit dem gemeinsam,
was man hierzulande unter Popmusik versteht. Die Bezeichnung umfasst eine Vielzahl an Stilrichtungen, die aber stets typische Elemente aus einzelnen Regionen des Landes aufgreifen.
In Brasilien gilt MPB als Ausdruck des musikalischen und nationalen Selbstverständnises.
In diesem Sinne stellt MPB gewissermaßen eine Weiterentwicklung der brasilianischen Folklore dar.
Die wohl bekannteste brasilianische Musikform ist der Samba.
Er entstand aus der Musik der afrikanischstämmigen Bevölkerungsteile und ist sehr rhythmuslastig.
Populär wurde der Samba durch den jährlichen Karneval in Rio. Dort präsentieren sich die größten und renommiertesten Sambaschulen in riesigen Paraden im Wettstreit um den Titel der "besten Sambaschule Brasiliens".
Neben den Umzügen zur Karnevalszeit spielen die Bands manchmal auch auf den Straßen oder unterstützen mit ihrer Musik politische Demonstrationen und Streiks.
Es gibt eine unüberschaubare Zahl an regionaltypischen Musikstile, die sich entsprechend der verschiedenen kulturellen Eigenheiten der jeweiligen Gebiete entwickelt haben.
Música Nordestina ist ein Sammelbegriff für die Musik aus dem Nordosten, der eine besonders große musikalische Vielfalt besitzt,
aber durch langsame Rhythmen gekennzeichnet ist. Hier sind Instrumente wie Akkordeon und Gitarre vorherrschend.
Recife im Speziellen ist bekannt für den Frevo, der auch Einflüsse aus der Militärmusik besitzt.
Afoxé ist religiöse Musik, die 1949 das erste Mal auftrat und in Verbindung mit der Freiheitsbewegung der Indianer steht.
Forró wird von Trios mit Trommel, Triangel und Akkordeon gespielt. Ein traditioneller afro-brasilianischer Stil ist Maracatu, welcher mit großen Trommeln, Glocken und Rasseln gespielt wird.
Besonders die regionaltypischen Musikrichtungen, aber auch die zuvor erwähnten Stile, werden mit Instrumenten gespielt,
die in Europa sehr exotisch anmuten. So zum Beispiel die Berimbau, ein bogenförmiges Rhythmusinstument mit einem hohlen Kürbis an einem Ende,
oder die Xequerê, ein mit Muscheln bestücktes Schüttelinstrument.
Weit verbreitet ist auch die Trillerpfeife. Viele weitere Instrumente der brasilianischen Musik, unter anderem eine Vielzahl an Trommeln,
stammen ursprünglich aus Afrika.
In den letzten Jahren setzte sich in Brasilien die Musikrichtung Axé, vor allem bei den Jugendlichen, durch.
Axé wird dem Samba, ausgenommen in der Karnevalszeit, mehr und mehr in Brasilien bevorzugt.
Die Mischung aus Samba, Pagodé und Pop ist enorm rythmusbetont und gut tanzbar, die zum Teil auch mit kritischen Texten versehen sind,
wie Armut oder soziale Ungerechtigkeit oder Korruption. Es ist die Mentalität des Brasilianers,
alle Dinge enorm und überdimensional kritisch zu sehen. Er singt seinen Frust zwar aus der Seele, aber sein Lied verbreitet trotzdem gute Laune beim Zuhörer.
Bekannte Gruppen des Axé sind beispielsweise Olodum, Daniela Mercury, Ivete Sangalo, Banda Eva, Aracetu oder Terra Samba.
In den offenen Café in Brasilien wird aber in erster Linie Pagodé gespielt.
Die offenen Cafes besuchen Leute, die meistens um die 30 oder 40 Jahren sind.
Beim Pagodé wird wie beim Samba den Tänzern viel Beinarbeit abverlangt.
Bekannte Gruppen des Pagodé sind Exaltasamba, Só Pra Contrariar und Art Popular.
Das erste erhaltene Dokument, dass als brasilianische Literatur bezeichnet werden kann,
ist ein Brief von Pero Vaz de Caminha an Manuel I. von Portugal, in dem Brasilien im Jahre 1500 beschrieben wurde.
In den nächsten beiden Jahrhunderten machten Beschreibungen von Reisenden über das "Portugiesische Amerika" und seine Einwohner die brasilianische Literatur aus,
so wurden zum Beispiel die Berichte des deutschen Soldaten Hans Staden berühmt.
Außerdem wurde aus dieser Zeit religiöse Literatur gefunden.
Neoklassizismus war in der Mitte des 18. Jahrhunderts weit verbreitet.
In der Kolonialzeit war der für seine Goldminen bekannte Bundesstaat Minas Gerais Zentrum der Literatur.
Ab etwa 1836 beeinflusste die Romantik die brasilianische Literatur. In dieser Zeit entstanden die ersten Standardwerke der Landesliteratur.
Auf die Romantik folgte der Realismus, bei dem Joaquim Maria Machado de Assis als bester und populärster brasilianischer Schriftsteller hervorstach. Zwischen 1895 und 1922 ist eigentlich kein genauer Stil zu erkennen, doch einige Züge der Moderne gab es schon, so dass diese Periode "Vor-Moderne" genannt wird. Seit der Semana de Arte Moderna (Woche der modernen Künste) 1922 gilt der Stil als Moderne.
Die berühmtesten Autoren dieser Zeit sind Mário de Andrade und Oswald de Andrade; ebenfalls internationale Bekanntheit erlangt hat Jorge Amado. Der brasiliaische Erfolgsautor Paulo Coelho ist zur Zeit der weltweit meistgelesene Autor. 2004 erhielt Lígia Bojunga den Astrid-Lindgren-Preis, den alternativen Nobelpreis für Kinderliteratur.
Aufgrund der Größe des Landes ist es schwierig die Brasilianische Küche zu definieren.
Es ist gesichert, dass sie durch die portugiesische Kolonisation beeinflusst wurde.
Als Nationalgericht gilt die Feijoada, ein Bohneneintopf aus schwarzen Bohnen mit allerlei Fleisch. Üblicherweise wird Feijoada mit Reis, Farofa (ein Maniokmehl) und Orangenscheiben serviert.
Wegen des großen Abstands zwischen den Orten sind die Verpflegungsstationen an Fernstraßen wichtig.
Hier wird zwischen kommerziell betriebenen Snackbars mit großem Angebot an Sandwiches und anderen einfachen Gerichten und kleinen, familiären Haltepunkten, die meist nur ein Gericht (Reis, Kartoffeln oder Bohnen mit einer Fleischsorte) bieten.
Brasília – Catedral Metropolitana von Oscar NiemeyerIm Amazonasbecken herrschen die primitiven Indianerhütten vor,
in anderen Bundesstaaten, zum Beispiel Minas Gerais, sind dagegen prachtvolle und historische Städte, erbaut im Barock,
und ebenso prachtvoll dekorierte Kirchen zu finden (Ouro Preto, Mariana, Congonhas).
Kolonialarchitektur bestimmt in einigen Küstenstädten des Nordosten noch das Bild (Olinda).
Die größten Architekten des Landes Oscar Niemeyer, der als Wegbereiter der brasilianischen Architektur gilt,
sein früherer Dozent Lúcio Costa und Roberto Burle-Marx gestalteten gemeinsam den schönsten brasilianischen Wohnpark "Pampulha" in Belo Horizonte.
Niemeyer hat weltweit schon einige Gebäude entworfen. So stammen der New Yorker Hauptsitz der UN oder das aufsehenserregende Parteigebäude der Kommunistischen Partei Frankreichs aus seiner Feder.
Der damalige Initiator war der spätere Präsident Juscelino Kubitschek, der in einer seiner ersten Amtshandlungen als mächtigster Mann im Staat das dreiköpfige Team erneut zusammenrief, um das Projekt Brasília zu beschließen.
Denn die Hauptstadt Brasília ist Höhepunkt brasilianischer Architektur,
sie wurde erst in den 1960er Jahren errichtet und unterliegt einem genauen Plan.
Nach einer Ausschreibung, bei der der Sieger mit Lúcio Costa schon vorher feststand, plante Costa den Aufbau der Stadt,
Niemeyer war wie schon in Pampulha für die meisten Gebäude zuständig und Burle-Marx entwarf Plätze und Parks.
Brasília ist heute berühmt für modernistische Gebäude.
Brasilianische Fußballnationalmannschaft (gelbe Trikots)National- und auch Volkssport des Landes ist Fußball.
Die Brasilianische Fußballnationalmannschaft ist fünfmaliger Weltmeister und damit die erfolgreichste Nationalmannschaft der Welt.
Darüber hinaus gewann Brasilien sieben Mal die Copa América, die Südamerika-Meisterschaft.
In der aktuellen Mannschaft spielen viele international bekannte Stars wie Ronaldinho (Weltfussballer 2004, 2005),
Nimarinho(Jugend- Weltmeister (2001, 2005), Adriano, Roberto Carlos, Kaka und Emerson.
Für viele Fußballliebhaber gilt darüber hinaus Pelé als einer der besten Fußballer aller Zeiten.
Ein Großteil der Bevölkerung spielt aber Fußball unter einfacheren Verhältnissen,
bspw. mit selbst gefertigten Bällen (in den Favelas)auf Sandplätzen (Campos).
Für viele Kinder und Jugendliche in den Favelas ist die Aussicht, Fußballprofi zu werden, eine der wenigen Möglichkeiten,
der Armut zu entgehen. Dies ist mit ein Grund,
warum die brasilianische Nachwuchsarbeit regelmäßig große Talente hervorbringt und viele Brasilianer in zahlreichen internationalen Ligen Fußball spielen.
Ein weiterer Grund für die vielen Talente ist ein anderes Spielverständnis, in dem unter anderem die Kondition und die Fußballtechnik eine wichtige Rolle spielt.
Sehr beliebt ist auch Volleyball in Brasilien. Besonders für Beachvolleyball ist das südamerikanische Land bekannt.
Zudem wurde Footvolley, eine Mischung aus Fuß- und Volleyball, in Brasilien erfunden.
Des Weiteren ist Brasilien der Gastgeber des letzten im Formel-1-Rennkalender verbliebenen lateinamerikanischen Grand Prix,
des Großen Preises von Brasilien, und hat bedeutende Rennfahrer hervorgebracht wie Emerson Fittipaldi, Nelson Piquet,
Ayrton Senna und Rubens Barrichello.
Bekanntester Tennisspieler Brasiliens ist Gustavo Kuerten.
Als typisch brasilianisch kann Capoeira bezeichnet werden, was besser mit dem Begriff Kampftanz denn mit Kampfsportart kategorisiert wird.
Capoeira wurde von der schwarzen Bevölkerung praktiziert.
Da es den Sklaven nicht erlaubt war, irgendeine Art von Waffen zu tragen, entwickelten sie Capoeira als Form der Selbstverteidigung,
Sie verbindet kämpferische Elemente mit Akrobatik, Spielerei und Tanz.
In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte sich eine gewisse Mode um Capoeira.
Sie ist mittlerweile in der ganzen brasilianischen Bevölkerung verbreitet und findet auch im Ausland Beliebtheit.
Nossa Senhora da Conceição Aparecida, die Gottesmutter Maria, Schutzpatronin Brasiliensgesetzliche Feiertage Datum Name Deutscher Name Anmerkungen
1. Januar Confraternização Universal Neujahr
20. Januar São Sebastião Sankt Sebastian nur in Rio de Janeiro
25. Januar Aniversário de São Paulo Gründung der Stadt São Paulo nur in São Paulo
beweglich Carnaval Karneval zweitägig
beweglich Quarta-feira de Cinzas Aschermittwoch nur morgens
beweglich Sexta-Feira da Paixão Karfreitag
beweglich Páscoa Ostern (Ostersonntag)
21. April Tiradentes Gedenken an Joaquim José da Silva Xavier, genannt Tiradentes (Nationalheld Brasiliens)
23. April São Jorge Sankt Georg nur in Rio de Janeiro
1. Mai Dia do Trabalho Tag der Arbeit/ Maifeiertag beweglich Corpus Christi Fronleichnam
9. Juli Revolução Constitucionalista konstitutionelle Revolution nur im Bundesstaat São Paulo
7. September Independência do Brasil Unabhängigskeitstag Brasiliens
12. Oktober Nossa Senhora Aparecida Erscheinung der Gottesmutter Maria (Schutzpatronin Brasiliens) auch als Kindertag gefeiert
2. November Finados Allerseelen
15. November Proclamação da República Nationalfeiertag (Ausrufung der Republik)
20. November Zumbi dos Palmares, Dia da Consciência Negra Zumbi von Palmares, Gedenktag an Schwarze nur in Rio de Janeiro
25. Dezember Natal Weihnachten (1. Weihnachtsfeiertag)
Historia del Samba
The History of Samba
Historia do Samba

